Esel sind ruhige, sehr soziale und erstaunlich intelligente Tiere, die oft unterschätzt werden. Ihr Wesen gilt als geduldig und vorsichtig – sie handeln nicht impulsiv, sondern prüfen Situationen genau, bevor sie reagieren.
Das wird manchmal fälschlich als „Sturheit“ interpretiert, ist aber meist ein Zeichen von Selbstschutz und kluger Einschätzung.
Sie bauen enge Bindungen zu anderen Eseln und auch zu Menschen auf. Die feinfühligen Tiere reagieren stark auf ihre Umgebung und die Stimmung von Menschen und können Stress oder Unsicherheit gut wahrnehmen. Wenn sie sich sicher fühlen, sind sie neugierig, verspielt und erstaunlich kommunikativ – mit unterschiedlichen Lauten und Körpersignalen.
In der Tourismusbranche zeigen sie diese Eigenschaften jedoch oft kaum, da Stress, Lärm und Misshandlungen dazu führen können, dass sie apathisch wirken.
Die Tierschutzorganisation PETA berichtet seit Jahren über massive Missstände rund um Esel- und Maultiertaxis auf Santorini. Auf der beliebten Urlaubsinsel werden die Tiere täglich eingesetzt, um Tourist über mehr als 500 steile Stufen zwischen dem Hafen und der Altstadt von Firá zu transportieren. Dabei müssen die Esel und Maultiere oft stundenlang in der prallen Sonne arbeiten, obwohl viele bereits geschwächt, verletzt oder völlig erschöpft sind. Laut PETA dokumentieren Fotos und Videos immer wieder offene und unbehandelte Wunden, improvisierte und ungeeignete „Reitutensilien“, mangelnde Versorgung sowie deutliche Überforderung der Tiere.
Besonders kritisiert wird, dass die Tiere trotz gesetzlicher Regelungen weiterhin Menschen transportieren müssen, die deutlich zu schwer für sie sind. Immer wieder würden Esel und Maultiere geschlagen oder mit Holzstöcken und Peitschen zum Weiterlaufen gezwungen, wenn sie erschöpft stehen bleiben. Gleichzeitig leiden viele Tiere laut den Berichten unter Wassermangel und fehlendem Schutz vor der extremen Hitze. Selbst nachts können sich viele kaum erholen, da sie entweder in engen Unterständen eingesperrt werden oder nach einem langen Arbeitstag weiterhin Lasten transportieren müssen.
PETA ließ die dokumentierten Zustände bereits von dem Pferde-Experten Dr. med. vet. Maximilian Pick bewerten. Das Gutachten bestätigte laut der Organisation zahlreiche tierschutzrelevante Missstände. Gemeinsam mit der griechischen Organisation Ippothesis brachte PETA die Vorfälle deshalb bei den zuständigen Behörden zur Anzeige. Obwohl Griechenland seine Tierschutzgesetze inzwischen verschärft hat und bei Tierquälerei strengere Strafen drohen, scheint die Umsetzung der Gesetze weiterhin mangelhaft zu sein. Viele Verfahren wurden eingestellt, obwohl die Hinweise auf systematische Tierquälerei seit Jahren bekannt sind.
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PETA fordert deshalb ein vollständiges Verbot der Esel- und Maultiertaxis auf Santorini. Die Organisation betont, dass echter tierfreundlicher Tourismus nur möglich sei, wenn Tiere nicht länger als Attraktion oder Transportmittel ausgebeutet werden.
Egal, ob in Santorini oder an einem anderen Urlaubsort: Du kannst dazu beitragen, indem du im Urlaub keine Tierattraktionen buchst, sondern auf tierfreundliche Alternativen zurückgreifst. Viele Reiseveranstalter bieten bereits bewusst tierleidfreie Alternativen an, da das Bewusstsein dafür steigt. Mit einer Buchung solcher tierleidfreier Angebote unterstützt du eine Entwicklung hin zu mehr Tierschutz im Tourismus.
Unterschreibe jetzt auch die Petition auf Peta.de für ein Verbot des Eselreitens.