Zahl bedrohter Arten auf Rekordniveau

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Für Feldhamster, Tintenfische und Lemuren war 2020 laut der WWF-Jahresbilanz kein gutes Jahr. Die Bestände sind rückläufig und die Bedrohungen nehmen weiter zu.

Ihr Schicksal steht stellvertretend für das tausender Arten: Seit nunmehr 46 Jahren schwinden die Wirbeltierbestände laut Living-Planet-Report 2020 im Durchschnitt um 68 Prozent. Die Internationale Rote Liste verbucht mittlerweile mehr als 35.700 Tier- und Pflanzenarten als bedroht. Das betrifft knapp 30 Prozent aller dort erfassten Spezies.

Größtes Artensterben seit Ende der Saurier-Zeit

„Die Klimakrise, Zerstörung von Lebensraum, Überfischung der Meere und Wilderei: Der Mensch verursacht gerade das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier-Zeit“, warnt WWF-Vorstand Eberhard Brandes. „Es geht nicht mehr nur um die Beseitigung eines Umweltproblems, sondern um unsere Zukunft. Eine intakte Natur ist von existenzieller Bedeutung für uns alle, denn ist die Erde krank, werden es auch die Menschen.

Menschen zerstören vitale Ökosysteme

Das hat uns nicht zuletzt die Corona-Pandemie schmerzlich vor Augen geführt. Schließlich war der Sprung eines Virus vom Wildtier auf den Menschen Auslöser dieser Katastrophe. Dabei sagt die Wissenschaft, dass Umweltzerstörung solche Krankheits-Übersprünge von Wildtieren auf Menschen wahrscheinlicher machen – jetzt und in Zukunft.“ Wenn vitale Ökosysteme zerstört werden und natürliche Barrieren wegfallen, bringt das Arten in Kontakt zueinander, die vorher nicht im Kontakt waren. Außerdem entsteht eine neue, räumliche Nähe zum Menschen. Eine brasilianische Studie aus 2010 zeigt: Die Abholzung von vier Prozent eines Waldes ging mit einer fast 50-prozentigen Zunahme der Malariafälle beim Menschen einher.

Menschen können Verlust biologische Vielfalt auch stoppen

Doch der Mensch kann den Verlust der biologischen Vielfalt noch stoppen und rückgängig machen – das zeigen die Gewinner. Dank internationaler Zuchtprogramme und langjähriger Wiederansiedlungsprojekte kehren die Wisente langsam zurück. In Afrika wurden merklich weniger Nashörner gewildert. In Deutschland feiern Elche und Kegelrobben ihr Comeback. „Artenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Wir müssen den Verlust an biologischer Vielfalt stoppen und umkehren. Der WWF fordert daher ein Drittel der Erde unter Schutz zu stellen und Artenschutz zur Querschnittsaufgabe zu machen. Das geht weit über den klassischen Umweltsektor hinaus. Ob Straßenbau, Bildungspolitik oder Haushaltsplanung: Biodiversitätsschutz muss mitgedacht werden“, bilanziert Brandes.

Verlierer 2020

  • Feldhamster
  • Lemuren
  • Stören und Löffelstöre
  • Tintenfische
  • Australische Tiere
  • Makohaie

Gewinner 2020

  • Spitzmaul-Nashörner
  • Wisent
  • Seegurken
  • Elche
  • Kegelrobbe

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 3. Jänner 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 10. Jänner 2021, 18:30 Uhr.
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