Berlusconi freigesprochen

Bestechungs-Affäre verjährt

Mills-Prozess: Berlusconi wegen Verjährung freigesprochen.

Der ehemalige italienischen Premier Berlusconi ist vom Vorwurf der Bestechung seines früheren Anwalts David Mills wegen Verjährung freigesprochen worden. Dies gab das Gericht in Mailand nach mehrstündigen Beratungen am Samstag bekannt. Die Staatsanwaltschaft hat für den Medienzaren fünf Jahre Haft gefordert.

Silvio Berlusconi selbst ist am Samstag nicht vor Gericht erschienen. In ihrem Schlussplädoyer hatten seine Rechtsanwälte am Samstag den Freispruch ihres Mandanten gefordert. Die Staatsanwaltschaft hätte keinerlei Beweise der Schuld Berlusconis vorlegen können. Die Rechtsanwälte bezeichneten den Medienzaren als Opfer einer Justizverfolgung. Berlusconis Verteidiger, Piero Longo, zeigte sich mit dem Urteil sehr zufrieden

Schon am Freitag hatte Berlusconi eine Presseerklärung veröffentlicht, in der er seine Unschuld beteuerte. "Insgesamt sind über 100 Verfahren gegen mich geführt worden. 900 Staatsanwälte haben gegen mich und meine Unternehmen ermittelt, die 588 Mal von der Steuerpolizei besucht wurden. 2.600 Gerichtsverhandlungen haben in 14 Jahren wegen mir stattgefunden. Ich habe über 400 Millionen Euro für Rechtsanwälte und Berater ausgegeben. Das ist ein beeindruckender Rekord. Das ist nicht nur ein weltweiter oder universaler, sondern ein Rekord im gesamten Sonnensystem", klagte Berlusconi.

   In dem Verfahren ging es um Vorwürfe, Berlusconi habe Mills in den 1990er Jahren für Falschaussagen in Prozessen gegen sein Medienunternehmen Mediaset 600.000 Dollar (447.361 Euro) bezahlt. In einem anderen Prozess hatte die italienische Justiz Mills im Jahr 2009 in erster und zweiter Instanz wegen Korruption zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Kassationsgericht urteilte im Jahr darauf jedoch, die Mills zur Last gelegten Taten seien nach mehr als zehn Jahren verjährt.
 

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