Skandal um Glyphosat-Zulassung

Umweltgift

Skandal um Glyphosat-Zulassung

Was Glyphosat-Gegner schon lange geahnt haben, bestätigt jetzt eine Studie im Auftrag dreier EU-Abgeordneter: Bei jener Risikobewertung, die im Jahr 2017 zur umstrittenen Neuzulassung des als „wahrscheinlich krebserregend“ geltenden Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat geführt hat, handelt es sich um ein Plagiat. Abgeschrieben habe die zuständige ­Behörde in Deutschland (BfR) demnach just vom weltweit größten Glyphosat-Hersteller: Monsanto.

EU-Abgeordnete fordern nun ein neues Verfahren

Die Studie zeige, dass das Berliner Institut – das ­eigentlich die Aufgabe hatte, die gesundheitlichen Risiken des Umweltgiftes zu bewerten – Industrietexte von Monsanto & Co. ungekennzeichnet kopiert und als eigene Bewertung dargestellt hat. „Da ist tatsächlich von Täuschung zu sprechen“, erklärt Global2000-Biochemiker Helmut Burtscher (siehe rechts), der die Untersuchung gemeinsam mit dem Wiener Plagiatsforscher Stefan Weber für die Abgeordneten durchgeführt hat. Monsanto hat also sein ­eigenes Produkt für die Zulassung bewertet.

Maria Noichl (SPD), eine der Abgeordneten die den Auftrag zur Studie gab, fordert nun ein neues Genehmigungsverfahren für das umstrittene Umweltgift.

Neue Regeln. Indes stimmte das EU-Parlament am Mittwoch (vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe) über den Bericht des Pestizid-Sonderausschusses ab. Der verlangt neue Regeln bei Zulassungsverfahren für ­Glyphosat & Co. So soll es vor allem mehr Transparenz bei den Studien geben.

 

Studienautor Helmut Burtscher: "Das eröffnet Chance für Glyphosat-Verbot"

Global2000-Biochemiker Helmut Burtscher arbeitete an der Studie mit.

ÖSTERREICH: Was haben Sie im Zuge der Studie über das Glyphosat-Zulassungsverfahren herausgefunden?

Helmut Burtscher: Dass es sich bei der Risikobewertung, auf der die neuerliche Zulassung basiert, um „Copy-and-paste“ handelt. Die Plagiatsvorwürfe, die Global 2000 nun schon seit Jahren erhebt, wurden nun eindeutig bestätigt. Für mich ist das einer der größten Behördenskandale, die mir bekannt sind.

ÖSTERREICH: Was wurde konkret abgeschrieben?

Burtscher: Es geht um die Bewertung der Studien im Zulassungsantrag von Monsanto. Während die Behörde die für Glyphosat vorteilhaften Schlussfolgerungen jener Studien, die Monsanto in Auftrag gegeben hat, durchwegs bestätigte, hat sie die Glyphosat-kritischen Studienergebnisse aus der unabhängigen Forschung als „nicht zuverlässig“ oder „nicht relevant“ bewertet. Diese Bewertungen hat de Behörde aber gar nicht selbst vorgenommen, das haben wir jetzt belegt, sondern einfach aus dem Zulassungsantrag von Monsanto ­kopiert und als eigene ­Bewertung ausgegeben.

ÖSTERREICH: Was könnte der Hintergrund sein?

Burtscher: Die Hinweise auf eine vorsätzliche Täuschung sind zahlreich. Das legt den Verdacht nahe, dass hier gegen Gesetze verstoßen wurde. Meine persönliche Einschätzung ist, dass die Behörde hier unter großem Druck stand. Es war von Anfang an klar, dass Glyphosat zugelassen werden muss.

ÖSTERREICH: Ist es möglich, dass das Zulassungsverfahren nun wiederholt wird?

Burtscher: Natürlich würde ich mir sofort ein neues und reguläre Zulassungsverfahren wünschen. Realistischerweise würde das aber ohnehin nicht vor dem regulär vorgesehenen Neuzulassungsverfahren stattfinden. Denn Monsanto muss bereits Ende dieses Jahres ­einen neuen Antrag einreichen. Allerdings sollte nun jeder souveräne Staat in der Lage sein, ein nationales Glyphosat-Verbot zu verhängen und dieses mit dem begründeten Verdacht der vorsätzlichen Täuschung bei der Zulassung zu begründen. Das wäre ein Weg, den sich die Umweltministerin vielleicht anschauen sollte.

 

Zulassung verloren: Erfolg gegen das Umweltgift in Frankreich

Schlappe für Bayer-Konzern und Erfolg für Glyphosat-Gegner in Frankreich.    

Das französische Verwaltungsgericht in Lyon entzog am Dienstag dem glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel Roundup Pro 360, das mit der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto zu dem Konzern kam, die Zulassung. Umweltschutzorganisationen jubeln.

Das Gericht kam zum Schluss, dass die staatliche Agentur für Lebensmittelsicherheit einen Fehler begangen habe, dem Produkt 2017 die Zulassung zu erteilen.

Auch wenn Glyphosat von der Europäischen Union freigegeben sei, hätten wissenschaftliche Studie und Tierversuche gezeigt, dass Roundup Pro 360 aufgrund seiner Zusammensetzung giftiger als Glyphosat sei. Das Produkt sei möglicherweise krebserregend für Menschen und schädige die Umwelt.

Was Glyphosat-Gegner schon lange geahnt haben, bestätigt jetzt eine Studie im Auftrag dreier EU-Abgeordneter: Bei jener Risikobewertung, die im Jahr 2017 zur umstrittenen Neuzulassung des als „wahrscheinlich krebserregend“ geltenden Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat geführt hat, handelt es sich um ein Plagiat. Abgeschrieben habe die zuständige ­Behörde in Deutschland (BfR) demnach just vom weltweit größten Glyphosat-Hersteller: Monsanto.

EU-Abgeordnete fordern nun ein neues Verfahren

Die Studie zeige, dass das Berliner Institut – das ­eigentlich die Aufgabe hatte, die gesundheitlichen Risiken des Umweltgiftes zu bewerten – Industrietexte von Monsanto & Co. ungekennzeichnet kopiert und als eigene Bewertung dargestellt hat. „Da ist tatsächlich von Täuschung zu sprechen“, erklärt Global2000-Biochemiker Helmut Burtscher (siehe rechts), der die Untersuchung gemeinsam mit dem Wiener Plagiatsforscher Stefan Weber für die Abgeordneten durchgeführt hat. Monsanto hat also sein ­eigenes Produkt für die Zulassung bewertet.

Maria Noichl (SPD), eine der Abgeordneten die den Auftrag zur Studie gab, fordert nun ein neues Genehmigungsverfahren für das umstrittene Umweltgift.

Neue Regeln. Indes stimmte das EU-Parlament am Mittwoch (vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe) über den Bericht des Pestizid-Sonderausschusses ab. Der verlangt neue Regeln bei Zulassungsverfahren für ­Glyphosat & Co. So soll es vor allem mehr Transparenz bei den Studien geben.

 

Studienautor Helmut Burtscher: "Das eröffnet Chance für Glyphosat-Verbot"

Global2000-Biochemiker Helmut Burtscher arbeitete an der Studie mit.

ÖSTERREICH: Was haben Sie im Zuge der Studie über das Glyphosat-Zulassungsverfahren herausgefunden?

Helmut Burtscher: Dass es sich bei der Risikobewertung, auf der die neuerliche Zulassung basiert, um „Copy-and-paste“ handelt. Die Plagiatsvorwürfe, die Global 2000 nun schon seit Jahren erhebt, wurden nun eindeutig bestätigt. Für mich ist das einer der größten Behördenskandale, die mir bekannt sind.

ÖSTERREICH: Was wurde konkret abgeschrieben?

Burtscher: Es geht um die Bewertung der Studien im Zulassungsantrag von Monsanto. Während die Behörde die für Glyphosat vorteilhaften Schlussfolgerungen jener Studien, die Monsanto in Auftrag gegeben hat, durchwegs bestätigte, hat sie die Glyphosat-kritischen Studienergebnisse aus der unabhängigen Forschung als „nicht zuverlässig“ oder „nicht relevant“ bewertet. Diese Bewertungen hat de Behörde aber gar nicht selbst vorgenommen, das haben wir jetzt belegt, sondern einfach aus dem Zulassungsantrag von Monsanto ­kopiert und als eigene ­Bewertung ausgegeben.

ÖSTERREICH: Was könnte der Hintergrund sein?

Burtscher: Die Hinweise auf eine vorsätzliche Täuschung sind zahlreich. Das legt den Verdacht nahe, dass hier gegen Gesetze verstoßen wurde. Meine persönliche Einschätzung ist, dass die Behörde hier unter großem Druck stand. Es war von Anfang an klar, dass Glyphosat zugelassen werden muss.

ÖSTERREICH: Ist es möglich, dass das Zulassungsverfahren nun wiederholt wird?

Burtscher: Natürlich würde ich mir sofort ein neues und reguläre Zulassungsverfahren wünschen. Realistischerweise würde das aber ohnehin nicht vor dem regulär vorgesehenen Neuzulassungsverfahren stattfinden. Denn Monsanto muss bereits Ende dieses Jahres ­einen neuen Antrag einreichen. Allerdings sollte nun jeder souveräne Staat in der Lage sein, ein nationales Glyphosat-Verbot zu verhängen und dieses mit dem begründeten Verdacht der vorsätzlichen Täuschung bei der Zulassung zu begründen. Das wäre ein Weg, den sich die Umweltministerin vielleicht anschauen sollte.

 

Zulassung verloren: Erfolg gegen das Umweltgift in Frankreich

Schlappe für Bayer-Konzern und Erfolg für Glyphosat-Gegner in Frankreich.    

Das französische Verwaltungsgericht in Lyon entzog am Dienstag dem glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel Roundup Pro 360, das mit der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto zu dem Konzern kam, die Zulassung. Umweltschutzorganisationen jubeln.

Das Gericht kam zum Schluss, dass die staatliche Agentur für Lebensmittelsicherheit einen Fehler begangen habe, dem Produkt 2017 die Zulassung zu erteilen.

Auch wenn Glyphosat von der Europäischen Union freigegeben sei, hätten wissenschaftliche Studie und Tierversuche gezeigt, dass Roundup Pro 360 aufgrund seiner Zusammensetzung giftiger als Glyphosat sei. Das Produkt sei möglicherweise krebserregend für Menschen und schädige die Umwelt.

Was Glyphosat-Gegner schon lange geahnt haben, bestätigt jetzt eine Studie im Auftrag dreier EU-Abgeordneter: Bei jener Risikobewertung, die im Jahr 2017 zur umstrittenen Neuzulassung des als „wahrscheinlich krebserregend“ geltenden Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat geführt hat, handelt es sich um ein Plagiat. Abgeschrieben habe die zuständige ­Behörde in Deutschland (BfR) demnach just vom weltweit größten Glyphosat-Hersteller: Monsanto.

EU-Abgeordnete fordern nun ein neues Verfahren

Die Studie zeige, dass das Berliner Institut – das ­eigentlich die Aufgabe hatte, die gesundheitlichen Risiken des Umweltgiftes zu bewerten – Industrietexte von Monsanto & Co. ungekennzeichnet kopiert und als eigene Bewertung dargestellt hat. „Da ist tatsächlich von Täuschung zu sprechen“, erklärt Global2000-Biochemiker Helmut Burtscher (siehe rechts), der die Untersuchung gemeinsam mit dem Wiener Plagiatsforscher Stefan Weber für die Abgeordneten durchgeführt hat. Monsanto hat also sein ­eigenes Produkt für die Zulassung bewertet.

Maria Noichl (SPD), eine der Abgeordneten die den Auftrag zur Studie gab, fordert nun ein neues Genehmigungsverfahren für das umstrittene Umweltgift.

Neue Regeln. Indes stimmte das EU-Parlament am Mittwoch (vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe) über den Bericht des Pestizid-Sonderausschusses ab. Der verlangt neue Regeln bei Zulassungsverfahren für ­Glyphosat & Co. So soll es vor allem mehr Transparenz bei den Studien geben.

 

Studienautor Helmut Burtscher: "Das eröffnet Chance für Glyphosat-Verbot"

Global2000-Biochemiker Helmut Burtscher arbeitete an der Studie mit.

ÖSTERREICH: Was haben Sie im Zuge der Studie über das Glyphosat-Zulassungsverfahren herausgefunden?

Helmut Burtscher: Dass es sich bei der Risikobewertung, auf der die neuerliche Zulassung basiert, um „Copy-and-paste“ handelt. Die Plagiatsvorwürfe, die Global 2000 nun schon seit Jahren erhebt, wurden nun eindeutig bestätigt. Für mich ist das einer der größten Behördenskandale, die mir bekannt sind.

ÖSTERREICH: Was wurde konkret abgeschrieben?

Burtscher: Es geht um die Bewertung der Studien im Zulassungsantrag von Monsanto. Während die Behörde die für Glyphosat vorteilhaften Schlussfolgerungen jener Studien, die Monsanto in Auftrag gegeben hat, durchwegs bestätigte, hat sie die Glyphosat-kritischen Studienergebnisse aus der unabhängigen Forschung als „nicht zuverlässig“ oder „nicht relevant“ bewertet. Diese Bewertungen hat de Behörde aber gar nicht selbst vorgenommen, das haben wir jetzt belegt, sondern einfach aus dem Zulassungsantrag von Monsanto ­kopiert und als eigene ­Bewertung ausgegeben.

ÖSTERREICH: Was könnte der Hintergrund sein?

Burtscher: Die Hinweise auf eine vorsätzliche Täuschung sind zahlreich. Das legt den Verdacht nahe, dass hier gegen Gesetze verstoßen wurde. Meine persönliche Einschätzung ist, dass die Behörde hier unter großem Druck stand. Es war von Anfang an klar, dass Glyphosat zugelassen werden muss.

ÖSTERREICH: Ist es möglich, dass das Zulassungsverfahren nun wiederholt wird?

Burtscher: Natürlich würde ich mir sofort ein neues und reguläre Zulassungsverfahren wünschen. Realistischerweise würde das aber ohnehin nicht vor dem regulär vorgesehenen Neuzulassungsverfahren stattfinden. Denn Monsanto muss bereits Ende dieses Jahres ­einen neuen Antrag einreichen. Allerdings sollte nun jeder souveräne Staat in der Lage sein, ein nationales Glyphosat-Verbot zu verhängen und dieses mit dem begründeten Verdacht der vorsätzlichen Täuschung bei der Zulassung zu begründen. Das wäre ein Weg, den sich die Umweltministerin vielleicht anschauen sollte.

 

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Schlappe für Bayer-Konzern und Erfolg für Glyphosat-Gegner in Frankreich.    

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Das Gericht kam zum Schluss, dass die staatliche Agentur für Lebensmittelsicherheit einen Fehler begangen habe, dem Produkt 2017 die Zulassung zu erteilen.

Auch wenn Glyphosat von der Europäischen Union freigegeben sei, hätten wissenschaftliche Studie und Tierversuche gezeigt, dass Roundup Pro 360 aufgrund seiner Zusammensetzung giftiger als Glyphosat sei. Das Produkt sei möglicherweise krebserregend für Menschen und schädige die Umwelt.

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