Massenproteste

Ägypten: Mubarak entlässt Regierung

Teilen

Am Freitag eskalierten die Proteste - jetzt sitzt das Militär am Hebel der Macht.

Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat nach den gewaltsamen Protesten der vergangenen Tagen die Bildung einer neuen Regierung angekündigt. Mubarak sagte in der Nacht zum Samstag in einer Fernsehansprache: "Ich habe von den Regierungsmitgliedern gefordert, dass sie ihren Rücktritt einreichen, und morgen werde ich eine neue Regierung einsetzen".

Schweigen gebrochen
Mubarak, der seit Beginn der Proteste am vergangenen Dienstag geschwiegen hatte, sagte weiter: "Wir müssen vorsichtig ein, dass kein Chaos ausbricht, denn dadurch entsteht keine Demokratie." Ägypten müsse stabil und sicher sein. Während er sprach, zogen Plünderer und Demonstranten, die seinen Rücktritt forderten, weiter durch die Straßen der Hauptstadt.

Mehr Demokratie
Mubarak versprach den Ägyptern mehr Demokratie und größere Bemühungen zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit. "Wir bewahren, was wir erreicht haben, und wir bauen darauf auf", fügte er hinzu.

Der ägyptische Präsident erklärte zudem, er wolle soziale, wirtschaftliche und politische Reformen vorantreiben. Er verteidigte auch den Einsatz von Militär gegen die Demonstranten.

Proteste eskalieren
In Ägypten sind die Proteste gegen die Regierung von Präsident Hosni Mubarak am Freitag eskaliert. Mindesten fünf Menschen kamen dabei ums Leben, hieß es aus Spitalskreisen. Aufgebrachte Demonstranten zündeten Fernsehbildern zufolge den Sitz der Regierungspartei in Kairo an, zuvor brannte bereits in Alexandria der Sitz des dortigen Gouverneurs. Mubarak, dessen Rücktritt am Freitag hunderttausende Menschen forderten, verhängte Ausgangssperren in Kario, Suez und Alexandria.

Armee übernimmt Kontrolle
Mubarak, dessen Rücktritt die Demonstranten forderten, wies die Armee an, die Polizei zu unterstützen. Die Demonstranten trotzten der nächtlichen Ausgangssperre. Das Militär hat mittlerweile die Kontrolle über die wichtigsten Ballungszentren übernommen.

Ausnahmezustand in Kairo


Der Telekommunikationskonzern Vodafone teilte mit, alle Mobilfunkunternehmen seien angewiesen worden, ihre Dienste landesweit auszusetzen. Die Internet-Verbindungen waren praktisch komplett lahmgelegt.

Reisewarnung für ganz Ägypten

Das österreichische Außenministerium erließ Freitagabend eine Reisewarnung
für ganz Ägypten. Insbesondere am kommenden Wochenende würden in zahlreichen Städten Ägyptens weitere Großdemonstrationen erwartet. Bundeskanzler Werner Faymann rief zur Besonnenheit und Beendigung der Gewalt auf.

Egypt Air stellt Flugverkehr ein

Die staatliche ägyptische Fluggesellschaft Egypt Air teilte am Freitagabend mit, dass sie ihren Flugbetrieb von 21.00 Uhr Ortszeit (20.00 MEZ) an für zwölf Stunden einstellen wird. Zur Begründung sagte ein Mitarbeiter der Firma am Internationalen Flughafen Kairo, wegen der nächtlichen Ausgangssperre seien viele Reisende am Flughafen nicht abgeholt worden. Sie warteten nun bis zum Morgen in einer Halle am Flughafen. Außerdem seien viele Menschen, die Flüge von Kairo ins Ausland gebucht hätten, aus dem selben Grund nicht zum Einchecken am Flughafen erschienen.

Tränengas & Wasserwerfer gegen Demonstranten

Landesweit gingen hunderttausende Menschen nach dem Freitagsgebet auf die Straßen und lieferten sich teils schwere Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Viele Demonstranten warfen Steine, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen sie ein. Im Zentrum der Hauptstadt Kairo wurden hunderte Menschen bei Ausschreitungen verletzt. Bei Zusammenstößen mit der Polizei in Suez östlich von Kairo wurde laut Augenzeugen zudem ein Taxifahrer erschossen.

Mindestens fünf Todesopfer

Bei der Protestwelle - inspiriert durch den Sturz des tunesischen Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali vor knapp zwei Wochen - waren bis zum Freitag fünf Menschen ums Leben gekommen. Experten zufolge könnte das politische Schicksal des 82-jährigen Präsidenten am Ende von der Armee abhängen. Ägypten hat mit mehr als 460.000 Soldaten die zehntgrößten Streitmacht der Welt. Es waren Offiziere, die 1952 die Monarchie stürzten; seitdem kamen alle vier Präsidenten aus ihren Reihen. Die Armee schlug 1977 einen Aufstand nieder und wurde 1986 eingesetzt, als ein Protest der Polizei gegen niedrige Löhne in Gewalt umschlug. Bei den Demonstrationen der vergangenen Tage hatte sich das Militär zurückgehalten, ehe am Freitag dann Panzer auffuhren.

ElBaradei unter Hausarrest

An den Protesten nahm erstmals auch der Oppositionelle Mohamed ElBaradei teil. Im Anschluss an ein Freitagsgebet vor einer Moschee in Kairo riefen Teilnehmer lautstark "Nieder mit Mubarak", die Polizei ging mit Wasserwerfern, Schlagstöcken und Tränengas gegen sie vor. ElBaradei flüchtete sich in die Moschee, aus der er nicht mehr heraus durfte. Er forderte ein Ende von Gewalt, Verhaftungen und Folter durch die Sicherheitskräfte.

USA ermahnt ägyptische Regierung
Die USA kritisierten das Vorgehen der Behörden und warnten vor einer Eskalation. Die Regierung müsse "alles tun, damit die Sicherheitskräfte Zurückhaltung üben", sagte US-Außenministerin Hillary Clinton. "Wir sind zutiefst besorgt über die Gewalt der Polizei und der Sicherheitskräfte." Präsidentensprecher Robert Gibbs forderte über den Online-Kurzbotschaftendienst Twitter die Aufhebung der Blockade des Internets und sozialer Netzwerke.

Seite 2: Die Eskalation des Widerstands zum Nachlesen

Die Proteste gegen die Regierung von Staatschef Mubarak eskalieren. In Kairo, aber auch in anderen größeren Städten sind Tausende Regimegegner auf den Straßen. Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei, der sich an den Protesten beteiligte und mit dem viele Ägypter die Hoffung auf eine demokratische Zukunft verbinden, wurde unter Hausarrest gestellt. Ab 17 Uhr (MEZ) wurde in Kairo, Alexandria und Suez eine Ausgangssperre verhängt - die Polizei hat die Kontrolle über den Proteststurm jedoch längst verloren. Kurz darauf wurde das Hauptquartier der ägyptischen Regierungspartei (NDP) in Kairo in Brand gesteckt. Tausende Demonstranten versuchten nun auch, in das Außenministerium und das Hauptquartier des staatlichen Fernsehens einzudringen. Erstmals seit Beginn der Prozeste ist die Armee in den Straßen aufmarschiert. Das östererichische Außenministerium hat - ebenso wie die USA - eine Reisewarnung für ganz Ägypten ausgesprochen.

Ausnahmezustand in Kairo


22.55 Nahe dem ägyptischen Parlament in Kairo ist es am späten Freitagabend weiteren Zusammenstößen gekommen. Polizisten drängten Demonstranten auf dem Tahrir-Platz (Platz der Befreiung) unter Einsatz von Gummigeschoßen und Tränengas zurück, die das etwa 15 Gehminuten entfernte Gebäude stürmen wollten.

22.44 Bei den Zusammenstößen in Suez östlich der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind am Freitag nach Angaben von Ärzten mindestens 13 Menschen getötet worden. Mindestens 75 Demonstranten wurden demnach bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften verletzt. Dabei blieb offen, ob auch Polizisten unter den Opfern waren. Zudem seien im Großraum Kairo etwa 1030 Menschen verletzt worden, hieß es.

22.25 Der ägyptische Parlamentspräsident kündigt eine "wichtige Mitteilung" an.

22.08
Angesichts der schweren Unruhen in Ägypten ist am Freitag der Ölpreis rasant gestiegen. Unmittelbar nachdem das Weiße Haus am Freitag Besorgnis über die Gewalt in Ägypten äußerte, schnellten die Ölpreise um rund zwei Dollar (rund 1,50 Euro) je Barrel (entspricht circa 159 Liter) nach oben.

22.00 Einheiten der Armee schützen das Ägyptische Museum im Stadtzentrum Kairos vor möglichen Plünderungen, berichte das staatliche Fernsehen. In dem Gebäude befinden sich zahlreiche Kunstschätze, darunter die Totenmaske von Tutenchamun sowie Mumien von Pharaonen. Soldaten schützten auch eine Reihe von Botschaftsgebäuden, darunter jene der USA und Großbritanniens.



21.46
Auf die Frage, wie die USA auf einen Regimewechsel in Ägypten reagieren würden und ob bereits entsprechende Pläne geschmiedet werden, antwortete der Sprecher des Weißen Hauses lapidar, dass derzeit "eine Reihe von Meetings" zu zahlreichen Fragen abgehalten werden. Wieso Obama - angesichts seines enormen Gewichts aufgrund der engen Beziehungen zu Ägypten - noch keinen persönlichen Kontakt zu Mubarak hergestellt hat, konnte Gibbs nicht beantworten.

21.34 Ägypten gilt als einer der zentralen Verbündeten der USA in der Region. US-Präsident Barack Obama hat seinem Sprecher Robert Gibbs zufolge seit Ausbruch der Proteste jedoch noch nicht mit seinem Gegenüber Mubarak gesprochen. Die Situation in Ägyten werde "von den Ägyptern gelöst", so Gibbs.

21.25 Der ägyptische Generalstabschef Sami Anan hat einen Besuch in Washington abgebrochen. Anan, der sich an der Spitze einer Delegation zu Gesprächen mit Vertretern des US-Verteidigungsministeriums aufhielt, werde wegen der anhaltenden Unruhen in Ägypten in sein Land zurückkehrten, sagte US-General James Cartwright. Der Besuch hätte bis Mittwoch dauern sollen.

21.22 Über Kairo kreisen Helikopter der Armee. Die staatliche Fluggesellschaft Egypt Air hat den Flugbetrieb für die Dauer der Nacht eingestellt.

21.15 Ein junger Demonstrant sagte im TV-Sender Al-Arabiya, er habe gesehen, wie Männer Geschäfte im bürgerlichen Stadtteil Mohandesien geplündert hätten. Kein Polizist und kein Soldat habe sie daran gehindert. Ein Restaurantbesitzer sagte: "Dieses Chaos wird den gebildeten jungen Leuten, die ihre Demos per Internet organisiert haben, eine Lehre sein. Jetzt haben sie den plündernden Mob auf die Straßen geholt, das ist sicher nicht das, was sie wollten."

21.11 Augenzeugen zufolge wurde die die Zentrale der Nationaldemokratischen Partei (NDP) von Gruppen von Männern aus den Armenvierteln in Brand gesetzt, die auch auch weitere öffentliche Gebäude geplündert und angezündet haben sollen.

21.04 Die amtliche ägyptische Nachrichtenagentur MENA hat eine Meldung über eine Ausdehnung der Ausgangssperre auf das ganze Land zurückgezogen. Das staatliche Fernsehen sprach nur von einer für die Städte Kairo, Alexandria und Suez geltenden Ausgangssperre.

21.01 Die AUA-Mutter Lufthansa hat unterdessen wegen der von der ägyptischen Regierung verhängten Ausgangssperre einen Flug am Samstagmorgen von Kairo nach Frankfurt gestrichen: "Angesichts der Ausgangssperre wäre es müßig, auf Fluggäste zu warten."

20.57 Sowohl die Austrian Airlines (AUA) als auch Fly-Niki haben ihre für Samstag geplanten Flüge nach Ägypten bestätigt. Es gebe am Vormittag um 10.20 Uhr einen normalen AUA-Linienflug nach Kairo, mit dem auch reisewillige Passagiere in die ägyptische Hauptstadt befördert würden. Am Nachmittag gebe es einen weiteren Flug, der vom Partner Egypt Air durchgeführt werde. Auch Fly-Niki hält an ihren geplanten Flügen am Samstag von Graz nach Hurghada und zurück fest, bestätigte Niki-Sprecherin Milene Platzer.

20.53 Deutschlands Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zeigt sich besorgt über ein Ausbreiten der Massenproteste in Nordafrika auf andere Staaten der Region: "Es besteht die Gefahr einer ansteckenden Dynamik", sagte er auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. "Es gibt eine Chance, die Region zu stabilisieren." Allerdings müssten die Menschen, die ihre Rechte einforderten, sie auch erhalten.

20.45  Die oppositionelle und säkuläre Wafd-Partei hat eine Übergangsregierung für Ägypten gefordert. Das Land brauche zudem Neuwahlen und eine Verfassungsänderung, die nur mehr zwei sechsjährige Amtszeiten für den Präsidenten vorsieht, erklärte Parteichef Sayyid al-Badawi angesichts der eskalierenden Proteste am Freitag.

20.38
Al-Jazeera-Aufnahmen von Militärkonvois (vermutlich die Nationale Garde des Präsidenten), die sich ihren Weg durch Kairo zum Hauptquartier des Staatsfernsehens bahnen:



20.27 US-Botschafterin Margaret Scobey soll den ägyptischen Staatschef Mubarak vor dessen Besuch in Washington im Jahr 2009 gegenüber Hillary Clinton laut WikiLeaks-Dokumenten wie folgt charakterisiert haben: Er sei ein "erwiesener und echter Realist, von Haus aus vorsichtig und konservativ, und hat wenig Geduld mit idealistischen Zielen". Man soll Mubarak Mubarak weniger öffentlich und aggressiv unter Druck zu setzen.

20.15 Auch die USA haben angesichts der eskalierenden Proteste eine Reisewarnung für Ägypten herausgegeben.

20.08 Das US-Magazin "The Atlantic" berichtet von Manuals, die vor den heutigen Protesten nach dem Freitagsgebet ausgeteilt wurden. Unter dem Titel "Wie man intelligent protestiert" wird den Teilnehmern darin erklärt, wie sich ein Demonstrationszug strategisch verteilen und bewegen sollte, wie der Straßenkampf gegen die Polizei geführt wird, welche Kleidung den besten Schutz gegen Tränengas bietet, wie man Protest-Schilder gestaltet und welche Slogans ("positive Sprache") die Forderungen der Protestbewegung am besten auf den Punkt bringen.

Ägypten: Mubarak entlässt Regierung
© Al Jazeera


20.04
Erste Meldungen, wonach Demonstranten die staatliche TV-Station in Kairo unter ihre Kontrolle gebracht haben, können nicht bestätigt werden. Das staatliche Fernsehen ist weiterhin On Air, das Militär soll das Hauptquartier sichern.

19.58 Die Proteste erhalten aufgrund der unklaren Rolle des Militärs - steht die Armee auf Seiten Mubaraks oder der Demonstranten? -  eine bizarre Note: Die Nationale Garde des Präsidenten wird von der Menge bejubelt, als sie sich ihren Weg durch Kairo zum Hauptquartier des staatlichen Fernsehens bahnt, das die Protestierenden zuvor angegriffen haben.

19.54 Die militärische Präsenz nimmt weiter zu: Panzerkonvois rollen durch die Straßen Kairos, berichtet Al-Jazeera.

19.48 Das ägyptische Museum - voll von unschätzbar wertvollen historischen Artefakten - soll durch das Feuer im Hauptquartier der Regierungspartei gefährdet sein.

19.42
AUA und Fly-Niki planen keine Sonderflüge, um Touristen heim zu holen.

19.28 Das Außenministerium hat die Reisewarnung auf ganz Ägypten ausgeweitet.

19.25
Nach Angaben von Quellen der medizinischen Versorgung wurden am Freitag 400 Personen in Kairo verletzt, darunter zahlreiche Schusswunden.

19.19
Peter Bouckaert von Human Rights Watch berichtet von den Vorgängen in Alexandria: "Die Armee ist in der Stadt aufmarschiert, aber die Atmosphäre ist ruhig. Die Soldaten reden mit den Demonstranten. Das Regierungsgebäude und zahlreiche Polizeistationen sind niedergebrannt."

19.15
Das österreichische Außenministerium hat eine Reisewarnung für Ägypten ausgesprochen.

19.04 Die NDP-Zentrale sei in Brand gesteckt worden, da die Regierungspartei die Reichtümer des Landes an sich gerissen habe, so der Oppositionspolitiker.

19.00 Der Oppostionspolitiker Amin Iskander von der Al-Karama-Partei erklärt gegenüber Al-Jazeera die Forderungen der Opposition: "Mubarak soll bekannt geben, dass dies seine letzte Amtsperiode ist und den Weg für die Demokratie ebnen." Iskander glaubt jedoch nicht, dass der Präsident nachgeben wird.



18.53 410 Verletzte wurden Freitagabend allein in der ägyptischen Hauptstadt gezählt. Einige von ihnen hätten Schusswunden erlitten, so Spitalsquellen.

18.48
Eine Anhängerin ElBaradeis gab gegenüber Al-Jazeera an, dass sich in Port Said 80.000 Menschen den Protesten angeschlossen haben, wo ein 14-jähriges Mädchen getötet worden sei, wie die Frau berichtet.

18.44 Tausende Demonstranten versuchen nun auch, in das Hauptquartier des staatlichen Fernsehens einzudringen.

18.41 Laut ägyptischem Staatsfernsehen wurde nach Kairo, Alexandria und Suez nun über sämtliche Städte eine Ausgangssperre verhängt.

18.36 Hillary Clinton, Außenministerin der USA, für die Ägypten einen wichtigen Verbündeten in der Region darstellt, zeigt sich besorgt über den Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten. Clinton ruft die Regierung auf, die Sicherheitskräfte in Zaum zu halten, ebenso sollten allerdings auch die Demonstranten auf Gewalt verzichten, so Clinton.

18.29 Die Sicherheitskräfte haben die Erlaubnis zu schießen, mit Wasserwerfern und Gummigeschossen sollen die Demonstranten auseinandergetrieben werden.

18.16 Demonstranten haben das Außenministerium in Kario gestürmt.

18.06
Die österreichischen Reiseveranstalter planen zunächst keine außertourlichen Rückholaktionen von Ägypten-Urlaubern, erklärte der Sprecher des österreichischen Reisebüroverbandes, Josef Peterleithner, am Freitag. Die überwiegende Zahl der Österreicher halte sich in Tourismuszentren wie Sharm el-Sheikh und Hurghada am Roten Meer auf. Diese Regionen seien nicht im Zentrum der Proteste und von der heutigen Reisewarnung des Außenministeriums nicht betroffen, sagte Peterleithner.

17.58
Schüsse vor dem Parlament: Augenzeugen zufolge eröffnete die Armee das Feuer auf Demonstranten, die versucht hatten auf Panzer zu klettern.

17.55
Zusammenstöße vor dem Parlament in Kairo - laut lokalen Korrespondenten sind Schüsse zu vernehmen.

17.53 In der Innenstadt von Kairo verjadten Tausende mit Steinen und Stöcken bewaffneten Demonstrante Hunderte von Polizisten von einem der größten Plätze. Mehrere Beamte entledigten sich ihrer Uniformen samt Abzeichen und schlossen sich den Demonstranten an. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachtete, wie die Menge jenen Polizisten zujubelten, die sich ihnen anschlossen.

17.49
Die Panzer sind auch in Suez in die Stadt eingerückt.

17.46 Das Militär ist nun mit schweren Fahrzeugen auf den Straßen präsent - unklar ist jedoch nach wie vor, auf welcher Seite die Armee steht.

17.34 Mittlerweile wurden weitere Gebäude der NDP in anderen ägyptischen Städten  angezündet oder von Demonstranten angegriffen.

17.27
Al-Jazeera berichtet von einem Feuer in der Zentrale der ägyptischen Regierungspartei.

17.23 So reagieren die Protestierenden auf den Hausarrest: In Kairo versuchen die Demonstranten, einen Polizei-Van in den Nil zu stoßen:

Ägypten: Mubarak entlässt Regierung
© Al-Jazeera (screenshot)


17.12 Der Hausarrest ist in Kraft getreten, doch die Porteste gehen weiter. CNN zeigt aktuell Bilder von Protestierenden, die versuchen, einen Polizei-Van in den Nil zu stoßen.

17.04
Die Polizei hat das Al-Jazeera-Hauptquartier in Kairo gestürmt und den Sender aufgefordert, keine Bilder mehr von den Protesten zu senden.

17.00
Staatschef Mubarak will sich laut CNN in Kürze persönlich an das Volks wenden.

16.52 Das staatliche Fernsehen berichtet, dass Staatschef Mubarak der Armee befohlen hat, die Polizei bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu unterstüzen. Mubarak will damit offenbar die von ihm verhängte die Ausgangssperre durchsetzen, die um 17 Uhr MEZ in Kraft tritt.

16.46 Vor dem Al-Jazeera-Hauptquartier in Kairo spielen in diesen Minuten unglaubliche Szenen ab: Polizei und Demonstranten haben sich auf einen kurzfristigen "Waffenstillstand" geeinigt - damit die Demonstrangen das Abendgebet sprechen können. Wenige Augenblicke zuvor hatte die Polizei noch Tränengas in die Menge geworfen - und jetzt das:

Ägypten: Mubarak entlässt Regierung
© Al Jazeera (screenshot)


16.41 Das staatliche Fernsehen berichtet von einer Aussgangsperre, die ab 18 Uhr Ortszeit - also in weniger als 30 Minuten - bis 7 Uhr morgens in Kairo, Alexandria und Suze verhängt werden soll. Aktuell sieht es jedoch nicht so aus, als würden die Protestierenden der Order Folge leisten. Die Polizei scheint nicht mehr in der Lage, die Aussgangssperre durchzusetzen.

16.36
Die Demonstranten haben die Straßen von Alexandria großteils unter ihre Kontrolle gebracht, berichten die BBC und Al-Jazeera.

16.30 Dieses Bild veranlasst Al-Jazeera zu der vorsichtigen Vermutung, dass sich die Armee mit den Demonstranten solidarisiert haben könnte: Protestierende erklimmen jubelnd ein Militärfahrzeug in Kairo, ohne dass die Soldaten im Vehikel mit Waffengewalt oder sonstwie negativ reagieren.

Ägypten: Mubarak entlässt Regierung
© Al Jazeera (screenshot)


16.25
In Suez wurde nach Informationen von Al-Jazeera mittlerweile eine zweite Polizeistation gestürmt.

16.20 Auch die Demonstrationen in Suez haben ein Todesopfer gefordert. Hamada Labib, ein 30-jährigen Kraftfahrer, wurde durch einen Schuss tödlich verletzt.

16.16 Mindestens ein Mann kam bei den Protesten in Alexandria ums Leben. Der blutige Leichnam wurde laut Berichten von Al-Jazeera duch die Straßen getragen, einige Leute riefen: "Es gibt nur einen Gott". Die Polizei in Alexandria sei mittlerweile von den Demonstranten überrannt worden.

16.08 Peter Bouckaert von Human Rights Watch berichtet von den Protesten in Alexandria: "Die Straße voll von Leuten, soweit das Auge reicht. Sie skandieren Slogans gegen Mubarak und seinen Sohn und fordern andere auf, sich ihnen anzuschließen. Es ist eine sehr gesellige Atmosphäre: Frauen mit Schleier, alte Leute, Kinder - ich habe sogar einen blinden Mann gesehen, der von anderen Demonstranten geführt wird. Und nirgendwo ist Polizei."

15.52
Die NDP-Parteizentralen in Dumya/Daniette, 210km von nordöstlich von Kairo, und in Al Mansoura, 195km von Kairo entfernt, wurden zerstört.

15.46 Mohamed ElBaradei steht in Kairo unter Hausarrest, melden Sicherheissprecher.

15.45 Die Internet-Blockade in Ägypten geht deutlich weiter als ähnliche Vorfälle im Iran oder in Burma in den vergangenen Jahren. Internet-Experte Rik Ferguson spricht von einer "Premiere in der Internet-Geschichte". "Nach unseren Informationen sind rund 88 Prozent des Internets in Ägypten nicht mehr verfügbar", so Ferguson.

Die vier großen Internetprovider - Link Egypt, Vodafone/Raya, Telecom Egypt und Etisalat Misr - stoppten den Datenverkehr bereits kurz nach Mitternacht.

15.34 Das Zentrum von Suez ist mittlerweile in den Händen der Demonstranten. Die Sicherheitskräfte haben sich zurückgezogen, meldet Al-Jazeera. Reporter Jamal Elshayyal: "Die Polizisten wurden größtenteils von der Macht des Volkes zurückgedrängt."

15.30 Mindestens zwei französische Journalisten wurden verhaftet. Adrien Jaulmes von der Tageszeitung "Le Figaro" und Albert Facelly, Fotograf bei Sipa Press, wurden in Kairo festgenommen. Seither ist der Kontakt zu beiden abgerissen.

15.18 In Kairo hat es mindestens einen Toten gegeben, mehrere Menschen sind bei gewaltsamen Auseinandersetzungen auf dem Moneim-Riyad-Platz in Kairo verletzt worden, meldet der Sender Al-Jazeera.

15.02 Altpolitiker Mustafa al-Fiqi, Vorsitzender des ägyptischen Parlamentsausschusses für außenpolitische Angelegenheiten, versichert, dass die Regierung nicht fallen wird. Aber, so räumt er Al Jazeera gegenüber ein, müsse man künftig den Menschen mehr Freiheiten geben und gegen Korruption und Armut vorgehen. "Es ist sehr traurig, diese Ausschreitungen zu beobachten. Polizisten wie Demonstranten - beide Seiten sind Ägypter und wir trauern um jedes Opfer - auf beiden Seiten".

14.50 Peter Bouckaert von Human Rights Watch berichtet, dass die Polizei in Alexandria aufgegeben hat: "Die Polizisten haben die Kämpfe gegen die Demonstranten eingestellt. Nun verhandeln beide Seiten miteinander. Die Demonstranten bringen den Polizisten Wasser und Essig gegen das Tränengas".

14.40 Von Wasserwerfern getroffen, zog sich ElBaradei in eine Moschee zurück. Sie wurde von Sondereinsatzkräften der Polizei belagert. In umliegenden Straßen feuerten die Beamten Tränengas ab, so dass niemand die Moschee verlassen konnte. Die Tränengasbehälter setzten mehrere Autos in Brand, mehrere Menschen erlitten Verbrennungen.

14.35 Peter Bouckaert von Human Rights Watch befindet sich zur Zeit in Osten Alexandrias. Sein Augenzeugenbericht: "Ich befinde mich im Osten Alexandrias. Gleich nach dem Gebet strömten Menschen mit Bannern aus den Moscheen und skandierten "Wir sind friedlich, wir sind friedlich." Schon wenige Minuten später erschienen Polizisten und begannen Tränengas und Gummigeschoße auf die friedlichen Demonstranten (etwa 600) abzufeuern. Nach einer Stunde gewaltsamer Auseinandersetzungen wurden die Sicherheitskräfte mehr und mehr zurückgedrängt. Plötzlich kamen aus der anderen Richtung weitere protestierende Menschenmassen. Sie hatten die Hände in Luft gestreckt und riefen ebenfalls: "Wir sind friedlich". Schnell waren die Polizisten von den Demonstranten eingekesselt, ebenso schnell ging ihr Vorrat an Tränengas aus. Die Polizisten flehten die Massen an, aufzuhören. Die Demonstranten ihrerseits boten den Polizisten an, mitzudemonstrieren."

14.25 Reporter von Al-Jazeera konnten beobachten, wie die aufgebrachte Menge in der Hafenstadt Suez eine Polizeistation gestürmt und die inhaftierten Gefangenen befreit hat. Die Polizisten waren im Nu überwältigt, so die Reporter.

14.20 Twitter zwitschert, dass die NDP Parteizentrale in Mansoura, 190 km nordöstlich von Kairo, von 40.000 Menschen überlaufen wurde.

14.14 BBC Arabic berichtet, dass Protestierende in Ismail die Parteizentrale von Mubaraks NDP gestürmt und besetzt haben.

14.11 Einem CNN-Team wurde von Polizisten die Kamera zerschlagen.

14.00 ElBaradei weiters: "Für Mubaraks Regierung wird die Arbeit jeden Tag anstrengender - selbst ein Wandel ihrer Politik ist nicht mehr möglich. Das glaubt auch die Bevölkerung: 30 Jahre lang war Mubarak an der Macht, heute ist er 83 Jahre alt - die Zeit für Veränderung ist gekommen."

Proteste in Kairo
© Getty Images

13.49 In einem Interview mit der Tageszeitung "The daily Beast" meinte ElBaradei: "Die jungen Ägypter haben ihre Geduld verloren. Der Protest, der sich in den letzten Tagen auf der Straße abgespielt hat,wurde ausschließlich von ihnen organisiert. Ich bin deswegen nicht nach Ägypten gereist, da ich nur von außerhalb gehört werde. Bin ich erst im Land, werde ich ins mediale Abseits gedrängt."

13.42 Immer häufiger werden tweets versendet, wonach ElBaradei verhaftet worden sollen sei.

13.37 "watching543" berichtet via Twitter, dass jeder mit einer Kamera sofort von der Polizei verhaftet werden soll. Reportern soll gezielt mit Eisenstagen auf den Kopf geschlagen werden, ehe sie verhaftet werden.

Proteste in Kairo
© Getty Images

13.28 Die politischen Unruhen in Ägypten haben Auswirkungen auf die Handball-WM in Schweden. Nachdem die Regierung in Kairo alle Internetverbindungen gekappt hat, ist seit Freitag auch die Seite des Weltverbandes IHF nicht mehr zu erreichen. Der Verband hat seinen Sitz zwar in Basel, lässt seine Plattform jedoch über einen Server in Ägypten laufen. IHF-Präsident Hassan Mustafa ist Ägypter.

13.25 Die explosive Lage in Tunesien, Algerien und Ägypten wird auch auf dem EU-Afrika-Gipfel dieses Wochenende in Addis Abeba zur Sprache kommen. An dem Treffen nimmt EU-Entwicklungshilfekommissar Andris Piebalgs teil.

13.22 Wie die unabhängige ägyptische Tageszeitung "Al-Shorouk" berichtet, sollen die ägyptischen Telekommunikationsunternehmen in einer geheimen Krisensitzung beschlossen haben, im Falle einer Eskalation der Proteste an diesem Freitag alle Kommunikationskanäle zu kappen.

13.20 Um die massiven Proteste einzudämmen, schaltet die ägyptische Regierung nach dem Internet auch Mobilfunknetze ab. Alle Mobilfunk-Betreiber in Ägypten seien angewiesen worden, den Betrieb in ausgewählten Regionen einzustellen, teilte der Telekom-Konzern Vodafone mit. Die ägyptischen Behörden seien per örtlichem Gesetz dazu berechtigt, "und wir sind verpflichtet, uns dem zu beugen", betonte das britische Unternehmen.

13.18 Die Zahl der Protestteilnehmer dürfte in die Zehntausende gehen. Demonstranten versammelten sich auch in der Nähe des Sitzes von Staatschef Hosni Mubarak in Kairo.

13.15 Die Lage in Ägypten, Tunesien und Algerien soll Thema beim EU-Außenministertreffens am Montag in Brüssel sein. Der italienische Außenminister Franco Frattini kündigte an, beim Außenrat die Forderung nach Entsendung einer EU-Krisenmission in die nordafrikanischen Länder zu entsenden, die zur "Beruhigung" der Situation beitragen soll.

13.08 Österreichs Regierung hat unterdessen laut Außenminister Spindelegger einen Notfallplan zur Evakuierung der rund 3.100 österreichischen Urlauber ausgearbeitet, der "jederzeit aktiviert" werden könne. Ein "Unterstützungsteam" aus Experten des Außen-, Verteidigungs- und Innenministerium sei in der Lage, "jederzeit hinunterzufliegen und eine eventuelle notwendige Evakuierung vorzubereiten", sagte Spindelegger am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

13.05 Der ägyptische Oppositionspolitiker ElBaradei ist einem Fernsehbericht zufolge heute in Kairo "festgesetzt" worden. Der arabische Sender Al-Jazeera berichtete, dem Politiker werde von der Polizei nicht erlaubt, ein bestimmtes

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.

Ausnahmezustand in Kairo

Tote bei Unruhen in Ägypten

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten