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Bombenanschläge

Afghanistan: Acht NATO-Soldaten getötet

Ein polnischer Minenräumer starb beim Versuch, eine Mine zu entschärfen.

Bei Anschlägen und einem Angriff in Afghanistan sind am Wochenende mindestens acht Soldaten der internationalen Schutztruppe ISAF getötet worden. Wie die NATO-geführte ISAF mitteilte, starben im Süden des Landes vier ausländische Einsatzkräfte bei der Explosion von Sprengsätzen. Bombenanschläge im Osten forderten das Leben von zwei NATO-Soldaten. Zwei weitere wurden in der Region bei einem Überfall von Islamisten getötet. Zur Identität der Opfer äußerte sich die ISAF wie üblich nicht.

Mit dem Tod der acht NATO-Soldaten verloren seit Jahresbeginn nach Informationen des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org fast 310 ausländische Soldaten am Hindukusch ihr Leben. Der Monat Juni ist demnach mit nun mindestens 88 Toten der bisher verlustreichste für die Truppen seit Beginn des Einsatzes Ende 2001. In der südöstlichen Provinz Ghazni brannten Taliban am Samstag zwei Schulen nieder, eine für Buben, eine für Mädchen. Nach Angaben des Bildungsministeriums wurde bei dem Angriff auch ein Schulleiter enthauptet. Ob Kinder zu Schaden kamen, wurde nicht bekannt.

15 Aufständische getötet
Bei einer Explosion in einer Bombenwerkstatt der Taliban in Ghaznis Nachbarprovinz Paktika wurden mindestens 15 Aufständische getötet. Wie das Innenministerium in Kabul am Sonntag mitteilte, waren die Männer in einer Moschee gerade mit der Herstellung von Sprengsätzen beschäftigt, als einer davon detonierte. Der Zwischenfall habe sich bereits am Freitag ereignet, hieß es.

Nach der Absetzung von US-General Stanley McChrystal als ISAF-Chef mehren sich Zweifel an einem raschen Abzug der Soldaten aus dem Land. Zu dem von US-Präsident Barack Obama angepeilten Termin Juli 2011 werde es wahrscheinlich keinen größeren Rückzug geben, sagte Obamas ehemaliger Afghanistan-Berater Bruce Riedel dem deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Riedel bezieht sich unter anderem auf Aussagen von McChrystals Nachfolger, General David Petraeus, vor einem Ausschuss des US-Senats Mitte Juni. Danach sei das geplante Abzugsdatum abhängig von den Bedingungen im Felde. Auch die US-Medien zweifeln zunehmend, dass der Termin nach Verzögerungen in dem Anti-Terror-Krieg noch zu halten ist. So werten sie es als schlechtes Zeichen, dass die geplante wichtige Militäroffensive gegen die Taliban in Kandahar zuletzt vorschoben werden musste.



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