Die "faule" Gen Z, wie sie oft beschrieben wird. Die junge Generation will mehr Work-Life-Balance und Sinnhaftigkeit im Berufsleben. Zu früh aufstehen? Fehlermeldung. Was tatsächlich an dem Klischee der Berufswünsche junger Menschen dran ist.
Die Arbeitswelt verändert sich spürbar. Während frühere Generationen vor allem auf Sicherheit und Aufstieg setzten, rückt für die Generation Z zunehmend die Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit in den Mittelpunkt. Das zeigt eine Umfrage unter rund 800.000 Studierenden.
Wie eine Erhebung der Campus-App UniNow zeigt, bleibt das Gehalt mit 39 Prozent der wichtigste Entscheidungsfaktor bei der Jobwahl. Angesichts finanziell unsicherer Perspektiven überrascht das kaum.
Gleichzeitig gewinnt der sogenannte „Purpose“ stark an Bedeutung: 25 Prozent der befragten Studierenden nannten die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit als ausschlaggebendes Kriterium. Dabei geht es um die Frage, welchen positiven Beitrag die eigene Tätigkeit für Kunden, Gesellschaft oder Umwelt leistet. Ob Arbeit relevante Probleme löst oder einen Mehrwert jenseits wirtschaftlicher Kennzahlen schafft, spielt für viele eine zentrale Rolle.
Klassische Karriereargumente verlieren hingegen an Gewicht: Nur elf Prozent der Befragten nennen Aufstiegschancen als wichtigstes Kriterium, lediglich neun Prozent die Sicherheit.
Generationen im Vergleich
Wer in den 1950er- oder 1960er-Jahren ins Berufsleben startete, betrachtete Arbeit vor allem als Pflicht und Absicherung. Die sogenannten Babyboomer zeigten häufig eine lebenslange Loyalität gegenüber ihrem Arbeitgeber. Laut dem Portal dasinvestment.com verbrachte rund jeder Zehnte sein gesamtes Berufsleben bei ein und demselben Unternehmen. Hierarchien wurden akzeptiert, Beförderungen galten als klarer Erfolg.
Die Generation X (Geburtsjahre 1965–1980) erlebte wirtschaftliche Umbrüche, die Wiedervereinigung und den Beginn der Globalisierung. Sicherheit blieb wichtig, doch Flexibilität und Eigenverantwortung gewannen an Bedeutung.
Die Millennials, aufgewachsen mit dem Internet, verabschiedeten sich zunehmend von linearen Karrierewegen. Sinnhaftigkeit tauchte erstmals als relevanter Faktor in Befragungen auf.
Gesundheit rückt in den Fokus
Laut dem DAK-Gesundheitsreport 2025 sucht die Generation Z aktiv nach Möglichkeiten, sowohl ihre mentale als auch ihre physische Gesundheit zu schützen – und spricht offen darüber.
Für Unternehmen bedeutet das neue Herausforderungen im Recruiting: Neben Gehalt und Entwicklungsmöglichkeiten werden glaubwürdige Werte, Unternehmenskultur und Gesundheitsangebote zunehmend entscheidend.