Bataclan: Eklat um "Eagles of Death Metal"

Paris

Bataclan: Eklat um "Eagles of Death Metal"

Sänger hatte Sicherheitskräften vorgeworfen, mit den Terroristen unter einer Decke zu stecken.

Mitgliedern der US-Rockband Eagles of Death Metal ist am Samstag die Teilnahme am Konzert zur Wiedereröffnung des Pariser Konzertsaals "Bataclan" nach dem verheerenden Terroranschlag vor einem Jahr verwehrt worden. "Bataclan"-Vizechef Jules Frutos nannte Aussagen von Sänger Jesse Hughes, wonach die Terroristen Helfer im Gebäudeinneren hatten, als Grund.

Frutos berichtete, dass Jules und ein weiteres Bandmitglied am Konzert teilnehmen wollten. "Sie sind gekommen, aber ich habe sie abgewiesen, weil es Dinge gibt, die unverzeihlich sind." Die beiden US-Musiker und ihr Manager waren nach Paris gekommen, um am Sonntag am Gedenken zum ersten Jahrestag der Pariser Terroranschläge teilzunehmen.

Nicht erwünscht

Der "Bataclan"-Verantwortliche hatte schon zu Wochenbeginn klargemacht, dass die Eagles of Death Metal nicht erwünscht sind. Es sei "Wahnsinn, dass man den Sicherheitskräften vorwirft, mit den Terroristen unter einer Decke zu stecken", sagte Frutos. Demonstrativ wies er den Wunsch der kalifornischen Gruppe ab, zur Wiedereröffnung des Konzertsaals aufzutreten. Das erste Konzert bestritt am Samstagabend die britische Poplegende Sting.

Am 13. November 2015 waren drei Islamisten mit Sturmgewehren und Sprengstoffgürteln während eines Konzerts der US-Rockband Eagles of Death Metal in das "Bataclan" eingedrungen. Sie ermordeten 90 Menschen, zeitgleich verübten zwei weitere Terrorkommandos Anschläge am Stade de France und auf Pariser Bars.

Der Saal war in den vergangenen Monaten komplett renoviert worden, um alle Spuren des Dramas zu beseitigen. Zur Wiedereröffnung mit dem Sting-Konzert war der Saal mit rund 1.500 Plätzen ausverkauft, auch Angehörige von Opfern waren unter den Zusehern. Sting spielte ohne Gage. Die Einnahmen gehen an zwei Opferorganisationen.

Frankreich gedenkt der Opfer

Am Sonntag haben in Paris die Feierlichkeiten zum Gedenken an die 130 Opfer der islamistischen Anschläge vor einem Jahr begonnen. Präsident Francois Hollande enthüllte am in der Früh am Stade de France nördlich der Hauptstadt eine Gedenktafel und legte einen Kranz nieder.

Vor dem Stadion hatten sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich gegen Deutschland am 13. November 2015 drei Selbstmordattentäter der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in die Luft gesprengt. Dabei wurde ein Mann getötet und mehrere Menschen verletzt.

Auch an den fünf anderen Anschlagsorten in Paris sollen im Anschluss Gedenkplaketten enthüllt werden - an einem Restaurant, drei Bars und an der Konzerthalle Bataclan. In der Kathedrale Notre Dame findet zudem eine Messe für die Anschlagsopfer statt.
 

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