USA
Blizzard trifft Boston voll
Ein immenser Wintersturm hat große Gebiete im Nordosten der USA unter einer dicken Schneedecke begraben. Allein in Boston fielen bis Dienstagabend mehr als 60 Zentimeter Schnee, so viel wie selten zuvor in der Geschichte der Stadt, wie die Zeitung "The Boston Globe" berichtete. Andernorts im Staat Massachusetts türmte sich die weiße Pracht gar rund 90 Zentimeter auf.
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+++ LIVE-Ticker +++
Viele New Yorker vergnügten sich beim frostigen Schneesturm offenbar mit heißen Nächten: Die Verkäufe von Reizunterwäsche stiegen bei einer Kette vor dem Eintreffen der Schneefälle um 500 Prozent, berichtet die "New York Post", mehrere Läden verkauften wesentlich mehr Kondome als normal. Einige Singles suchten auf Craigslist nach Partnern, mit denen sie Kuscheln konnten während draußen die Flocken tobten...
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Es schneit und schneit in Massachusetts, dem "Ground Zero" des großen Blizzard 2015: Den Rekord hält nun die Stadt Auburn mit 89 Zentimetern Schnee.
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Opfer-Bilanz: 2 Tote
Nach dem Tod eines 17-Jährigen, der bei einer Rutschpartie auf Long Island gegen einen Masten prallte und starb, wurde ein zweiter Todesfall bekannt: Ein 83-Jähriger, der an Demenz litt, wurde erfroren in seinem Garten gefunden. Knapp dem möglichen Tod entrann eine TV-Reporterin, als sie ein schlitterndes Auto nur knapp verfehlte.
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Einem Dieb wurden die Fußabdrücke im Schnee während Wintersturm "Juno" in New York zum Verhängnis: Ein Gauner hatte versucht, in einen Wagen in Brooklyn einzubrechen, dann flüchtete er über die verschneiten Gehsteige. Die alarmierte Polizei folgte den Spuren im Schnee und verhaftete den Mann.
Das Stilllegen der New Yorker Subway wurde teuer: Alllein durch den Lohnausfall für hunderttausende Menschen, die nicht zur Arbeit fahren konnten, entstand ein Schaden von 160 Millionen Dollar, berechnete die New York Times.
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Hohn und Spott für Meteorologen, die einen Meter Schnee für New York prognostizierten, während nur ein Fünftel davon fiel. Doch jetzt verteidigt die "New York Times" die Forscher. Die Vorhersage wäre so falsch nicht gewesen, so das Blatt: Vorhergesagt war ein katastrophaler Sturm, der in Massachusetts auch eintraf. Dort stimmen auch die erwarteten Schneehöhen. Die Rechenmodelle hatten jedoch den Beginn der Zone der stärksten Schneefälle 160 Kilometer zu weit westlich berechnet. New York lag in dieser Vorhersage-Zone, doch wurde vom "Snowmageddon" dann weitgehend verschont. Viele Wetterfrösche hatten sich für die falschen Prognosen für New York und Philadelphia entschuldigt.
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Die Schulen in New York bleiben heute geschlossen. Die Kinder zieht es daher in die verschneiten Parks zum Rodeln und Schneemann-Bauen.
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Der Betreiber Amtrak hat alle Züge nach Boston abgesagt. Zahlreiche Reisende sind - wir hier in New York - gestrandet.
(c) APA
Dramatische Lage in Nantucket
12.000 Menschen sind nach Super-Blizzard "Juno" auf der Massachusetts-Insel von der Außenwelt abgeschnitten. Fähren mussten wegen starken Winden eingestellt werden, Evakuierungsflüge sind nicht möglich wegen den extremen Wetterbedingungen. Auf der ganzen Insel fiel der Strom aus, sogar im Feuerwehrhaus. Telefon- und Handy-Verbindungen sind gekappt. Die Sturmflut löste verheerende Überflutungen aus. Der Blizzard hatte die Insel voll getroffen mit Winden in Hurrikan-Stärke von 140 km/h. Kommunikation mit den Abgeschnittenen gestaltet sich schwierig. Die Nacht auf Mittwoch sind die Einwohner auf sich alleine gestellt, so die Behörden.
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Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, verteidigt das Fahrverbot für den ganzen US-Staat: Es wäre deshalb nur zu einer minimalen Anzahl kleinerer Unfälle gekommen, sagte Cuomo bei einer Pressekonferenz: Auch die Schneeräumung komme ohne die Behinderung durch hängen gebliebene Vehikel schneller voran. Offiziell wurde jetzt: Die höchste Schneemenge im Stadtgebiet New Yorks wurde in Woodside, Queens, gemessen mit 30,5 Zentimetern.
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Während in New York nun die Sonne scheint, wütet der Blizzard in Massachusetts und Maine weiter. In einigen Orten purzeln die Schneefall-Rekorde. Im Boston-Vorort Framingham wurden 76 Zentimeter Neuschnee gemessen, im Ort Orient im US-Staat New York 72 Zentimeter. In Boston schneit es immer noch heftig. Eine abschüssige Straße wurde spontan in eine Rodelbahn umfunktioniert...
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Sonne in New York!
Nach dem Schneesturm brechen jetzt über dem Big Apple die ersten Sonnenstrahlen durch. Kinder haben schulfrei in New York, viele zieht es in die verschneiten Parks zum Rodeln, Schneemann-Bauen - und Schneeballschlachten.
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Der Schneefall hat in New York großteils aufgehört, nur mehr wenige Schneeschauer sind vorhergesagt. Der Wind hat die weiße Pracht zu Schneewechten auf den Dächern der Hochhäuser verfrachtet. Eine erste Bilanz des Bürgermeisters von New York, Bill de Blasio: "Wir haben Glück gehabt, wir sind knapp dem Ärgsten entronnen". De Blasio wies darauf hin, dass nur 25 Kilometer östlich der Stadt Schneehöhen von 50 Zentimetern gemessen wurden.
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Die Wetterfrösche hauten bei den Prognosen in New York und New Jersey voll daneben – statt wie vorhergesagt 90 Zentimeter in New York fielen weniger als 20 Zentimeter Schnee. Einige Meteorologen entschuldigten sich nun öffentlich für den Flop auf Twitter: "Ihr musstet harte Entscheidungen treffen und habt euch darauf verlassen, dass wir richtig prognostizierten, und wir lagen falsch - es tut mir leid", schrieb etwa Gary Szatkowkski vom "National Weather Service".
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Einen wahren Albtraum erlebten Passiere eines geplanten "Virgin Atlantic"-Fluges vom JFK nach London: Der Flug hatte sich zuerst wegen der Erkrankung eines Passagiers verzögert, denn wartete der Jet stundenlang vor dem Rollfeld auf die Startfreigabe, bis der Flug wegen des Schneesturmes storniert wurde. Die Fluggäste saßen sechs Stunden lang in der Maschine fest. Dann konnten sie den Flughafen nicht verlassen, da Verkehrsmittel stillgelegt und Hotels ausgebucht waren. "Virgin" bot einen 15-Dollar-Gutschen als "Entschädigung" an.
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Boston versinkt im Schnee
Dramatische Bilder kommen aus der Neuengland-Metropole Boston: Der Blizzard hatte Autos und Straßen unter einer dicken Schneedecke begraben. Einige Anwohner begannen mit dem Freischaufeln der Gehsteige, obwohl die Schneefälle erst in der Nacht zum Mittwoch abklingen sollen. In Massachusetts kam es zu Stromausfällen, Tausende sitzen im Dunkeln.
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Der Ferienort Nantucket an der Massachusetts-Küste wurde von Super-Blizzard Juno voll getroffen. Winde in Hurrikan-Stärke führten zu einer Sturmflut, die Bezirke in Strandnähe überflutete. In insgesamt acht US-Staaten wurde der Notstand ausgerufen.
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Wall Street lässt sich von Schneesturm nicht bremsen...
An der Wall Street öffnete um 9:30 Uhr wie gewohnt die Börse NYSE. Auch die Technologie-Börse Nasdaq und andere Finanz-Handelsplätze sind offen. Viele Broker arbeiten allerdings von zu Hause aus, die meisten Transaktionen werden ohnehin elektronisch abgewickelt.
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Einige Meteorologen haben sich für die falsche Blizzard-Prognose - zumindest für New York City - entschuldigt. Zuerst waren Schneehöhen von 90 Zentimeter prognostiziert worden, Dienstagmorgen wurden im Central Park aber nur 17 Zentimeter gemessen. In Neuengland trafen die schlimmen Prognosen jedoch weitgehend zu: Boston versinkt im Schnee, in Nantucket wurden Windböen von 125 km/h gemessen, das entspricht Hurrikan-Stärke.
Die ersten Autos rollen wieder entlang des West Side Highways in Downtown Manhattan. Die Schneeräumung macht in New York gute Fortschritte, die wichtigsten Straßen sind geräumt.
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Weitere Schnee-Gestöber in New York
Am Morgen hatte der Schneefall leicht nachgelassen, jetzt schneit es im Big Apple wieder heftiger. Laut Meteorologen ist das Schlimmste in der "City" aber ausgestanden. Auch die Subway nahm wieder den Betrieb auf.
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Notstand
Der gewaltige Wintersturm "Juno" hat in der Nacht zum Dienstag den Nordosten der USA einschließlich der Millionenmetropole New York lahmgelegt. Die Wetterbehörden warnten vor einem "lebensbedrohlichen Blizzard" und riefen die Menschen auf, in ihren Häusern zu bleiben. Sechs Bundesstaaten verhängten den Notstand, mehrere erließen Fahrverbote. Über 3000 Flüge wurden gestrichen. Die stundenlangen Schneefälle pausierten in der Nacht auf Dienstag zwar, doch im Laufe des Tages erwarteten Meteorologen eine rasche Zunahme von Wind und Schnee. Im Nordosten der Vereinigten Staaten könnte der Blizzard "lebensbedrohliche" Ausmaße annehmen.
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