Brutale Kämpfe im Süd-Sudan

Mindestens 56 Tote

Brutale Kämpfe im Süd-Sudan

Ungefähr 300 Häuser wurden in Brand gesteckt.

Vier Monate vor der anvisierten Unabhängigkeit des Süd-Sudan sind bei Gefechten mit Milizen mindestens 56 Menschen getötet worden. Die Armee des Südens teilte am Montag mit, Milizionäre hätten am Sonntag zwei Regierungssoldaten getötet. Beim Gegenangriff seien 47 Milizionäre und sieben Soldaten ums Leben gekommen. Ein Armeesprecher bekräftige den Vorwurf, die sudanesische Zentralregierung bewaffne die Milizen und eskaliere die Angriffe im Süden des Sudan. Eine Stellungnahme des Nordens lag zunächst nicht vor.

Durch die Kämpfe in der ölreichen Region Abyei sind Satellitenbildern zufolge Hunderte Häuser niedergebrannt worden. In dem Dorf Tajalei seien mindestens 300 Häuser vorsätzlich in Brand gesteckt worden.

Die großteils schwarzafrikanische, christlich bzw. animistisch geprägte Bevölkerung des Süd-Sudan hatte sich im Jänner in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für die Loslösung vom arabisch und muslimisch geprägten Norden entschieden. Die Region wird voraussichtlich am 9. Juli ihre Unabhängigkeit verkünden.

Zehntausende Menschen flohen
Der Verwaltungschef von Abyei, Deng Arop Kuol, bestätigte, dass das Dorf Tajalei am Samstag von Mitgliedern des nordsudanesischen Misseriya-Stammes und der regulären Armee des Nordens angegriffen worden sei. Demnach wurden Häuser in Brand gesetzt, Opfer gab es jedoch nicht. Am Freitag hatte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtet, dass in Abyei Zehntausende Menschen geflohen seien. Die Stadt Abyei an der Grenze zwischen dem Norden und dem Süden des Landes sei praktisch menschenleer.



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