Im indischen Bundesstaat Jharkhand ist ein einzelner Elefantenbulle für tödliche Angriffe verantwortlich. Nach Behördenangaben wurden innerhalb von neun Tagen 22 Menschen getötet, darunter auch Minderjährige.
Laut Medienberichten soll das jüngste Opfer ein acht Monate altes Kind gewesen sein.
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Seit Jahresbeginn greift der Elefant verstärkt Menschen in ländlichen Gebieten an – überwiegend nachts auf Feldern oder an Scheunen. Viele Bewohner schlafen dort, um ihre Ernte vor Tieren zu schützen. Aus Sorge vor weiteren Angriffen verbringen inzwischen zahlreiche Dorfbewohner die Nächte auf den Dächern ihrer Häuser.
Der Bulle, erkennbar an nur einem Stoßzahn, gilt laut den Behörden als unberechenbar. Mehrere tödliche Vorfälle wurden bestätigt. Unter anderem wurde eine Familie in einem Dorf angegriffen: Ein Mann und zwei seiner Kinder im Alter von acht und sechs Jahren kamen ums Leben. Die Mutter konnte mit der zweijährigen Tochter fliehen, das Mädchen wurde verletzt.
Behörden sprechen von „beispielloser Situation“
Ein Beamter der Forstbehörde sagte gegenüber der BBC, es sei das erste Mal in dieser Region, dass ein einzelner männlicher Elefant für eine derart hohe Zahl von Todesfällen verantwortlich sei. Mehr als 100 Forstmitarbeiter suchen derzeit nach dem Tier. Ziel sei es, den Elefanten zu betäuben und in ein geeignetes Waldgebiet zu bringen.
Nach Einschätzung der Behörden befindet sich der Bulle in der sogenannten Brunstphase. Während dieser Zeit steigt der Testosteronspiegel, männliche Tiere können deutlich aggressiver reagieren. Die Phase kann bis zu etwa 20 Tage dauern.
Mensch-Tier-Konflikte nehmen zu
Die Region Jharkhand meldet regelmäßig Zwischenfälle mit wilden Elefanten. Experten verweisen auf den zunehmenden Verlust von Lebensraum durch Abholzung und landwirtschaftliche Expansion. Durch die Verringerung der Waldflächen kommen Elefanten verstärkt in Kontakt mit Siedlungen.