Kreditaffäre: Kein Rücktritt

Christian Wulff entschuldigt sich

"Ich habe alles offengelegt", so der deutsche Präsident. Er bleibt im Amt.

Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff tritt nicht wegen der Vorwürfe um einen Privatkredit und seine Freundschaft zu vermögenden Unternehmern zurück. Er entschuldigte sich aber für seinen bisherigen Umgang mit der Kreditaffäre. Wulff sagte am Donnerstag in Berlin, er bedauere die enstandenen Irritationen. Er hätte Details über den umstrittenen Privatkredit für sein Einfamilienhaus früher offenlegen müssen. "Das war nicht gradlinig und das tut mir leid."

Er nehme alle Vorwürfe sehr ernst. Alle Auskünfte seien erteilt worden, sagte Wulff. Auch seine Ferienaufenthalte bei Freunden habe er offengelegt. Er habe über 250 Einzelfragen jeder Art beantwortet.

Wulff will sein Amt "gewissenhaft" fortführen

Wulff versicherte zudem, dass er zu keinem Zeitpunkt private Freundschaften für wirtschaftliche Interessen ausgenutzt habe. Er sagte weiter, er wolle sein Amt weiterhin gewissenhaft fortführen. Dafür bitte er die Bürger um ihr Vertrauen. Private Freundschaften hätten seine Amtsführung nicht beeinflusst.

Wulff steht seit über einer Woche wegen eines Privatkredits für sein Einfamilienhaus unter Kritik. Auch wird ihm vorgeworfen, in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident teilweise gratis Ferien in Ferienhäusern und Villen befreundeter Unternehmer gemacht zu haben. Insbesondere die Opposition hat eine persönliche Erklärung gefordert.

 Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte allerdings am Donnerstag mitgeteilt, sie sehe wegen dieser Vorgänge keinen Anlass zu Ermittlungen gegen das Staatsoberhaupt.

Seite 2: Die Erklärung im Live-Ticker zum Nachlesen

15:42 Uhr: Nach diesem vier-Minuten-Auftritt ist alles vorbei. Wulff lässt keine Fragen zu und verschwindet in den Gemächern des Schlosses Bellevue.

15:41 Uhr: Jetzt ist es klar: Wulff tritt NICHT zurück. Er blickt in die Zukunft und sagt klar, dass er das Amt weiter führen wird.

15:39 Uhr: Wulff bedauert, dass er sich von seinem langjährigen Sprecher Olaf Glaeseker trennen musste. Er wünscht ihm alles Gute.

15:38 Uhr: "Ich habe alles offengelegt, habe 250 Einzelfragen nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet", so der deutsche Präsident weiter.

15:37 Uhr: "Ich habe persönlich das Bedürfnis, mich zu diesen Vorgängen zu äußern", so Wulff.

15:30 Uhr: Jetzt tritt Wulff vor die Presse.

15:17 Uhr: Wulff gerät immer mehr unter Druck: Laut einem neuen SPIEGEL-Bericht erhielt Wulff von der BW-Bank Sonderkonditionen, als er das umstrittene Darlehen des Unternehmerpaares Geerkens ablöste: Die Zinsen sollen halb so hoch wie bei normalen Kunden gewesen sein.

15:01 Uhr: Mit dem Rauswurf Glaesekers versucht Wulff nun den Befreiungsschlag. Mit Spannung wird erwartet, was er in der Stellungnahme um 15:30 Uhr aus dem Schloss Bellevue sagen wird.

14:51 Uhr: Hintergrund-Info:  Wulff steht wegen eines verschwiegenen Privatkredits für einen Hauskauf sowie Urlaubseinladungen von befreundeten Unternehmern in der Kritik. Zudem war öffentlich geworden, dass der Unternehmer Carsten Maschmeyer eine Anzeigenkampagne für ein Buch Wulffs im Jahr 2007 finanzierte. Jetzt meldet er sich erstmals selber persönlich zu Wort. oe24.at berichtet hier LIVE.

14:50 Uhr: Bislang hatte sich Wulff zu dem 500.000 Euro-Darlehen nur über seine Anwälte geäußert. Dies brachte ihm massiv Kritik ein.

14:45 Uhr: Showdown in Berlin: Um 15:30 nimmt Deutschlands Präsident Christian Wulff erstmals öffentlich Stellung zu der Kreditaffäre.



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