Ukrainischer Präsident wertet Vorschlag Russlands für direkte Friedensgespräche als positives Zeichen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wertet den Vorschlag Russlands für direkte Friedensgespräche als positives Zeichen, pocht aber auf eine Waffenruhe ab Montag. Der erste Schritt sei die Einleitung einer Waffenruhe am 12. Mai, erklärte er am Sonntag. "Es ist ein positives Zeichen, dass die Russen endlich begonnen haben, über ein Ende des Krieges nachzudenken", so Selenskyj. "Und der allererste Schritt zur tatsächlichen Beendigung eines Krieges ist eine Waffenruhe."
Es habe keinen Sinn, das Töten auch nur einen einzigen Tag fortzusetzen, erklärte der ukrainische Präsident auf der Plattform X. "Wir erwarten von Russland, dass es eine Waffenruhe - eine vollständige, dauerhafte und verlässliche - ab morgen, dem 12. Mai, bestätigt." Der russische Präsident Wladimir Putin hatte direkte Gespräche mit der Ukraine für den 15. Mai in Istanbul vorgeschlagen.
US-Präsident Donald Trump will sowohl mit der Ukraine als auch mit Russland an einer Beendigung des Konfliktes arbeiten. "Ich werde weiterhin mit beiden Seiten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass dies geschieht", teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit.
Macron zurückhaltend zu russischem Vorschlag
Der französische Präsident Emmanuel Macron reagierte unterdessen zurückhaltend auf den russischen Vorschlag direkter Verhandlungen mit Kiew über ein Ende des Krieges. "Das ist eine erste Bewegung, aber sie ist nicht ausreichend", sagte Macron in Polen vor Journalisten auf seiner Rückreise aus der Ukraine, wie die Zeitung "Le Monde" berichtete. Kiew und wichtige europäische Verbündete hatten zuvor von Moskau eine bedingungslose Waffenruhe ab Montag gefordert.
Zum Gegenvorschlag Putins sagte Macron dem Bericht zufolge nun: "Das ist eine Art, nicht zu antworten. Wir dürfen nicht nachlassen." Man müsse mit den Amerikanern standhaft bleiben, "um zu sagen, dass die Waffenruhe bedingungslos ist, und danach kann man den Rest besprechen". Macron attestierte Putin den Willen, Zeit zu gewinnen. Für die Ukrainer sei es nicht akzeptabel, Verhandlungen zu führen, während sie weiterhin bombardiert würden.
Macron, der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der britische Premierminister Keir Starmer und Polens Ministerpräsident Donald Tusk hatten am Samstag Kiew besucht und dort gemeinsam mit Präsident Selenskyj ultimativ eine Waffenruhe von Russland gefordert. Putin hatte der Ukraine daraufhin die Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche in der Türkei angeboten. Diese sollen nach Putins Willen bereits am kommenden Donnerstag in Istanbul beginnen, wie der Kreml-Chef in der Nacht auf Sonntag sagte. Es gehe um eine Wiederaufnahme direkter Gespräche "ohne Vorbedingungen". Auf die Forderung nach einer 30-tägigen Waffenruhe ging Putin nicht direkt ein.