Alles umsonst?

Oh nein! Buckelwal "Timmy" ist wohl tot

 Die Hoffnung im Fall des Buckelwals „Timmy“ schwindet rapide. Nachdem der GPS-Sender keine Signale mehr liefert, gehen Experten des Deutschen Meeresmuseums nun vom Tod des geschwächten Tieres aus. 

Es gibt derzeit kein Lebenszeichen des Meeressäugers, nachdem das Schiff „Fortuna B“ das Tier am Samstagmorgen von der Barge ins Meer gesetzt hat. Am Dienstag gab es weiterhin keine neuen Daten vom GPS-Sender, und auch das Schiff ist mittlerweile vom Radar verschwunden. Laut Berichten lief die „Fortuna B“ gegen Mitternacht in Cuxhaven ein, wobei das Trackingsignal des Wals offenbar noch in der Nacht abgeschaltet worden war. Tierärztin Kirsten Tönnies, die in Cuxhaven an Bord war, erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Besatzung.

Rätsel um die Position

Wo genau sich der Buckelwal derzeit aufhält, bleibt völlig unklar. Karin Walter-Mommert, eine Geldgeberin der privaten Initiative, bestätigte, dass der Sender keine Ortsdaten liefert. Zwar gab es zwischendurch Hinweise auf Vitalzeichen, doch Experten äußern massive Zweifel an diesen Berichten. Ein dänischer Meeresbiologe stellte klar, dass handelsübliche GPS-Sender gar keine Vitaldaten von Walen übermitteln können. Fachleute befürchten zudem, dass ein sterbendes Tier ohnehin keine verwertbaren Positionsdaten mehr senden würde.

Düstere Prognose aus Stralsund

Das Deutsche Meeresmuseum hat mittlerweile einen schweren Befund veröffentlicht und geht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass „Timmy“ nicht mehr lebt. Das Tier sei in einem extrem geschwächten Zustand gewesen und habe sich von vorangegangenen Strandungen nicht erholt. In der Mitteilung des Museums heißt es wörtlich: „Da sich der Wal in einem extrem geschwächten Zustand befand und nach früheren Rettungsversuchen innerhalb kurzer Zeit immer wieder strandete, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen und nicht mehr lebt.“

Kritik an der Aktion

Die Entscheidung des Kapitäns, den Wal bereits am Samstagmorgen ins offene Meer zu entlassen, sorgt für Kritik. Laut Walter-Mommert war dies entgegen der Absprache geschehen, da der Kapitän einen Anschlusstermin am Montag, 4. Mai, wahrnehmen wollte. Greenpeace-Experte Thilo Maack stellt zudem infrage, ob man überhaupt von einer erfolgreichen Rettung sprechen könne. Die gesamte Aktion kostete laut der Initiative mindestens 1,5 Millionen Euro. Der junge Walbulle war seit März in der Ostsee unterwegs und wurde immer wieder in Flachwasserzonen gesichtet, bevor der Einsatz nun ein trauriges Ende fand.

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