Moskau:

Duma nahm Verbot von "Homosexuellen-Propaganda" in erster Lesung an

Schwule befürchten bei endgültiger Gesetzeswerdung hohe Strafen.

Die russische Staatsduma hat in erster Lesung ein umstrittenes Verbot von "Homosexuellen-Propaganda" mit breiter Mehrheit angenommen. Für den Gesetzentwurf stimmten am Freitag 388 Abgeordnete, wie die Agentur Itar-Tass meldete. Das Parlament hat 450 Sitze und wird von der präsidentennahen Partei Geeintes Russland dominiert. Mit dem Gesetz würden öffentliche Äußerungen über Schwule, Lesben sowie Bi- und Transsexualität unter Androhung von Geldstrafen bis zu umgerechnet 12.500 Euro verboten. Für das Gesetz ist eine zweite und dritte Lesung notwendig.

Die Anhänger der Homosexuellen-Bewegung befürchten, dass die gesetzliche Neuregelung drastische Strafen für Teilnehmer weiterer Kundgebungen und auch für Gleichgeschlechtliche mit sich bringt, die Hand in Hand in der Öffentlichkeit gesehen werden. Homosexuelle sind in Russland starken Vorbehalten durch die Gesellschaft ausgesetzt. Bis 1993 wurde Homosexualität als Straftat verfolgt und noch bis 1999 als psychische Krankheit eingestuft. Die Gay-Paraden, die seit 2006 wiederholt geplant waren, wurden verboten und schonungslos von der Polizei unterbunden.

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