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Erdogan: Putin lässt Assad fallen

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Der türkirsche Präsident sieht Anzeichen für eine Distanzierung Putins.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sieht laut Presseberichten Anzeichen dafür, dass der russische Staatschef Wladimir Putin den syrischen Machthaber Bashar al-Assad "fallen" lässt. Putin "teile nicht länger die Meinung, dass Russland Assad bis zum Ende unterstützen muss. Ich denke, er kann Assad fallen lassen", sagte Erdogan laut türkischen Medien vom Montag.

Treffen mit Putin
Demnach sagte er das während seines Rückflugs von einer Reise nach China und Indonesien. Erdogan hatte im Juni bei der Eröffnung der Europaspiele in Aserbaidschans Hauptstadt lange mit Putin gesprochen. "Unser Treffen in Baku und das nachfolgende Telefongespräch haben mir den Eindruck gegeben, dass er dabei ist, seine Haltung zu ändern" zum Konflikt in Syrien, sagte Erdogan laut den Berichten.

Russland hat seit Beginn des Konflikts in Syrien im Frühjahr 2011 standhaft zu Assad gehalten und seine Verurteilung im UNO-Sicherheitsrat immer wieder verhindert. Die Türkei unterstützt dagegen die Rebellen und strebt offen den Sturz Assads an.

Krieg gegen den Terrorismus

Erdogan bekräftigte auch seinen Willen, den "Krieg gegen den Terrorismus" fortzuführen, den die Regierung vor zwei Wochen gegen die jihadistische Organisation "Islamischer Staat" (IS) und die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) erklärt hatte. Zur Gefahr einer "regionalen Eskalation" nach der Beendigung der Waffenruhe mit der PKK sagte Erdogan, die Türkei werde ihre Militäreinsätze "solange fortsetzen, wie sie dies für notwendig hält".

Der Verein "Civaka Azad - Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit" berichtete, dass bei den Angriffen der türkischen Luftwaffe gegen PKK-Stellungen im Nordirak mindestens zehn Zivilisten getötet und 13 weitere schwer verletzt worden seien. Bei ihren Luftangriffen sei in der Nacht von Freitag auf Samstag "auch das ausschließlich von Zivilisten bewohnte Dorf Zergele" in den Kandil-Bergen bombardiert worden, hieß es in einer Aussendung des in Deutschland ansässigen Vereins vom Wochenende. Zudem warf das kurdisch-deutsche Zentrum der türkischen Luftwaffe ein "Massaker an Zivilisten" vor.

Vergangene Woche hatte die Türkei einen ausgedehnten Luftkrieg gegen die PKK begonnen und unter anderem das Hauptquartier der Organisation in den Kandil-Bergen beschossen. Den Friedensprozess mit der PKK hatte Erdogan am vergangenen Dienstag vorerst beendet.
 

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