Schweden gilt offiziell als erstes nahezu rauchfreies Land Europas.
Nach aktuellen Daten des schwedischen Zentralverbands für Alkohol- und Drogeninformationen (CAN) rauchen nur noch 4,8 Prozent der Bevölkerung täglich – und damit weniger als die von der Weltgesundheitsorganisation definierte Fünf-Prozent-Grenze. Während Zigaretten im Alltag immer stärker verschwinden, erlebt allerdings ein anderes Nikotinprodukt einen regelrechten Boom: sogenannte „Snus“.
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Noch Anfang der 2000er-Jahre rauchten in Schweden rund 16 Prozent der Bevölkerung täglich. Seitdem setzte die Regierung konsequent auf strengere Regeln, höhere Preise und umfassende Rauchverbote. Zigaretten wurden deutlich teurer, Werbung verschwand nahezu komplett und Tabakwaren dürfen in Geschäften nicht mehr sichtbar präsentiert werden. Rauchen ist zudem an vielen öffentlichen Orten verboten – darunter Bahnhöfe, Bushaltestellen, Restaurantterrassen und Sportplätze. Experten sehen genau darin den entscheidenden Grund für den Rückgang. „Es ist schwieriger und teurer geworden, wenn man rauchen will“, erklärte CAN-Sprecher Mats Ramstedt.
Nicht nikotinfrei
Ganz nikotinfrei ist das Land allerdings nicht geworden. Statt klassischer Zigaretten greifen immer mehr Schweden zu Snus oder Nikotinbeuteln, die unter die Lippe gelegt werden. Besonders unter jungen Erwachsenen ist der Trend stark verbreitet. Nach Angaben der schwedischen Gesundheitsbehörde konsumieren inzwischen mehr als 20 Prozent regelmäßig diese rauchfreien Nikotinprodukte.