Frankreich: 36 Verletzte nach Demo gegen Homo-Ehe

Ausschreitungen in Paris

Frankreich: 36 Verletzte nach Demo gegen Homo-Ehe

Französischer Innenminister: 350 Festnahmen am Wochenende.

Bei gewaltsamen Ausschreitungen im Anschluss an eine Großdemonstration gegen die Homo-Ehe in Paris sind am Sonntagabend 36 Menschen leicht verletzt worden. Bei den Verletzten handle es sich um 34 Polizisten, einen Demonstranten und einen Journalisten, sagte Innenminister Manuel Valls am Montag im Sender Canal+. Demnach wurden über das gesamte Wochenende bei Protesten von Gegnern der Homo-Ehe mehr als 350 Menschen festgenommen, 250 von ihnen blieben zunächst im Polizeigewahrsam. Laut der Polizei wurden allein am Sonntagabend mehr als 290 Menschen festgenommen.

Bei einer Großdemonstration gegen die vor rund einer Woche in Frankreich offiziell eingeführte Homo-Ehe waren am Sonntag laut Polizei 150.000 Menschen in Paris auf die Straße gegangen. Die Veranstalter sprachen von mehr als einer Million Teilnehmern. Während die Demonstration großteils friedlich verlief, lieferten sich hunderte Randalierer nach Ende des Demonstrationszugs nahe des Pariser Invalidendoms heftige Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Die Randalierer bewarfen Polizisten und Journalisten mit Flaschen, Steinen und Rauchbomben, die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

Video: Heftige Krawalle wegen Homo-Ehe in Paris



Innenminister Valls machte rechtsextreme Gruppen für die Gewalt verantwortlich. Bereits in den vergangenen Monaten waren zahlreiche Rechtsextreme bei den Demonstrationen gegen die Homo-Ehe mitgelaufen und hatten anschließend randaliert.

Das Gesetz zur Einführung der Homo-Ehe, eines der zentralen Wahlversprechen des sozialistischen Staatschefs François Hollande, war Ende April vom Parlament endgültig beschlossen worden und trat am 18. Mai in Kraft. Gegen die Reform liefen die konservative Opposition und die katholische Kirche Sturm.

Die erste Homo-Ehe (Homoehe) soll am Mittwoch in der südfranzösischen Stadt Montpellier geschlossen werden. Die Behörden befürchten bei Trauungen von Schwulen und Lesben Störaktionen radikaler Gegner.

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