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Präsident der Hoffnung

Frankreich: Vor diesen Problemen steht Macron

Macron wird als Sieger für Europa gefeiert. Zuerst muss er aber große Hindernisse überwinden.

Es sollte ein symbolträchtiger Tag für den neu gewählten französischen Präsidenten sein: Gestern stand Emmanuel Macron Seite an Seite mit Frankreichs Noch-Präsident François Hollande unter dem Arc de Triomphe auf den Champs-Élysées, um den Tag der Befreiung von Nazi-Deutschland zu feiern. Die große Freiheitsparade auf der berühmten Prachtstraße nutzte der 39-jährige Shooting-Star, um seine Hauptbotschaften zu bekräftigen: „Ich werde auf unsere Republik aufpassen und sie reformieren.“

Wahl aus Angst vor Le Pen
Der jüngste Präsident, den Frankreich je gesehen hat – er soll am 14. Mai in den Élysée einziehen –, weckt enorme Erwartungen und Hoffnungen, aber auch viele Ängste.

Während er Sonntagabend unter dem Sound der Europahymne in den Louvre einzog, demonstrierten im Nordosten von Paris radikale Linke gegen den einstigen Banker und Wirtschaftsminister, den die Mehrheit seiner Wähler auch aus Angst vor Marine Le Pen gewählt hat.

Der neue "Kennedy"
Während von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel bis Kanadas Justin Trudeau die Mächtigen der Welt bereits beim neuen „Kennedy“ – wie er in Frankreich genannt wird – angerufen hatten, rüsten die extrem Linken und Rechten in Frankreich gegen ihn auf.

Das weiß auch Macron, das einstige „Wunderkind“ aus Amiens, der verspricht, dass er verstanden habe, „dass ich keinen Blanko-Scheck von euch bekommen habe“.

Nach der Parade zog sich Macron mit seinem Team in die Parteizentrale von En Marche! in Paris zurück, um an seinem Ministerteam zu basteln. Macron muss auch einen Premierminister – er verspricht, dass dieser „weder von links noch von rechts“ sein werde – nominieren.

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Ziel: Absolute Mehrheit
Die größten Herausforderungen stehen freilich noch vor ihm. Denn, auch wenn er die Frontfrau des rechtsextre­men Front National am Sonntag mit 66 gegen 34 Prozent klar hinter sich lassen konnte, so hat die Tochter von Jean-Marie Le Pen dennoch das historisch beste Ergebnis ihrer Bewegung erzielt und im Südosten des Landes teils Rekordwerte über 50 Prozent erreicht.

Macron muss bei den Parlamentswahlen am 11. Juni freilich erst eine Mehrheit mit seiner jungen Bewegung – sie ist erst ein Jahr alt – erreichen. Sein Ziel: die absolute Mehrheit.

Widerstand wächst
Indes formieren sich aber nicht nur seine Gegner vom Front National. Auch der Ex-Präsidentschaftskandidat der radikalen Linken, Jean-Luc Mélenchon, hat zu Versammlungen und Demos gegen den „neuen republikanischen Monarchen“ aufgerufen. Auch die Gewerkschaften planen Proteste gegen den Hoffnungsträger Europas, der die rigiden Arbeitsgesetze lockern will. „Wir werden die großen Herausforderungen gemeinsam schaffen“, sagt Macron. Europa hofft, dass es ihm gelingt.

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