Überraschende Entscheidung

Nobelpreis an Chemiewaffen-Experten

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Die OPCW kämpft seit 1997 gegen den Einsatz von Chemiewaffen.

Der Friedensnobelpreis 2013 geht an die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW). Das teilte das Nobelkomitee des norwegischen Parlaments am Freitag in Oslo mit. Der mit umgerechnet 930.000 Euro dotierte Preis gilt als prestigeträchtigste Auszeichnung der Welt. Die Organisation ist für die Umsetzung der Chemiewaffenkonvention aus dem Jahr 1997 zuständig. Sie soll die Chemiewaffenbestände der Vertragsstaaten überprüfen und deren Vernichtung kontrollieren. Im vergangenen Jahr hatte das Nobelkomitee aus fünf Parteienvertretern die EU mit dem Friedenspreis geehrt.

Die OPCW werde wegen ihrer "umfassende Arbeit für die Abschaffung chemischer Waffen" mit dem Preis ausgezeichnet, sagte Komiteechef Thorbjörn Jagland. Gewisse Länder seien der Organisation noch immer nicht beigetreten. Andere Staaten hätten die Deadline, um ihre Waffen zu zerstören, nicht eingehalten, erklärte Jagland nach Bekanntgabe des Preisträgers. Dies gelte insbesondere für die USA und Russland.

Nobelpreis an Chemiewaffen-Experten
© EPA

Der Vorsitzende Thorbjorn Jagland bei der Bekanntgabe des Preisträgers (c) EPA

Die OPCW hat derzeit 189 Mitgliedsstaaten - Syrien soll am kommenden Montag 190. Mitglied werden. Zurzeit sind Chemiewaffenkontrolleure in dem Land unterwegs, um Lager aufzusuchen und die Vernichtung der Waffen einzuleiten und die Zerstörung zu beaufsichtigen. In einem ersten Schritt sollen die Waffenfabriken und die Maschinen vernichtet werden, mit denen die giftigen Stoffe in Bomben gefüllt werden. Das gesamte Waffenarsenal soll bis Mitte 2014 abgerüstet werden.

Seit Montag waren Preisträger in den Sparten Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet worden. Der Literaturnobelpreis war an die Kanadierin Alice Munro gegangen.

Auf der nächsten Seite der Liveticker zum Nachlesen!


 

11:28 Uhr:

Nobelpreis an Chemiewaffen-Experten
© EPA

Der Vorsitzende Thorbjorn Jagland bei der Bekanntgabe des Preisträgers (c) EPA

11:16 Uhr: Es handelte sich nicht um die erste Nominierung der OVCW für den Friedensnobelpreis..

11:14 Uhr: Die OVCW habe den Preis in erster Linie für den langjährigen Kampf gegen Chemiewaffen bekommen. Der OVCW-Einsatz in Syrien sei nicht der Hauptgrund für die Entscheidung.

11:01 Uhr: Jetzt ist es offiziell. Die OVCW bekommt den heurigen Friedensnobelpreis.

10:48 Uhr:  Die im niederländischen Den Haag ansässige OVCW nahm ihre Arbeit am 29. April 1997 auf. Die von der UNO unabhängige Organisation wurde gegründet, um das internationale Übereinkommen über das Verbot chemischer Waffen durchzusetzen und zu überwachen, das in demselben Jahr in Kraft getreten war.

10:23 Uhr: Bekannt geworden ist die OPCW vor allem durch ihre Rolle in Syrien. Die internationalen Inspektoren sollen bis Mitte kommenden Jahres die Zerstörung des syrischen Chemiewaffen-Arsenals überwachen. Dieses wird auf mehr als tausend Tonnen geschätzt, darunter Sarin, Senfgas und das Nervengas VX. Die Experten haben den Auftrag, der Regierung in Damaskus bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen durch die internationalen Chemiewaffenkonvention zur Seite zu stehen.

10:06 Uhr: Die offizielle Bekanntgabe des diesjährigen Preisträgers ist für 11.00 Uhr Vormittags geplant. NRK nennt in seiner Meldung keine Quelle, offenbar ist die Entscheidung aber fix.

10:02 Uhr: Laut einem norwegischen TV-Sender geht der Friedensnobelpreis an die Organisation OPCW.

09:51 Uhr: Kurz vor der Bekanntgabe des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers ist ein neuer Name auf der Liste der Favoriten aufgetaucht. Der norwegische Fernsehsender NRK rückte die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW/OVCP) ganz nach vorn. Die OPCW sei "ein klarer Favorit", meldete der Sender Freitagfrüh.

09:48 Uhr: In Pakistan wurde Malala rasch zu einem Symbol für den Kampf gegen islamistische Extremisten. Für die Taliban wurde sie zu einer Feindin, die aus dem Weg geräumt werden musste. Am 9. Oktober 2012 stiegen mehrere Taliban-Kämpfer in den Schulbus, in dem Malala mit einigen Freundinnen saß. Einer schoss ihr gezielt in den Kopf und verletzte sie schwer. Nur dank einer raschen Notoperation in Pakistan und einer anschließenden Behandlung im britischen Birmingham kam das Mädchen mit dem Leben davon.

09:23 Uhr: Malala wurde schon am Donnerstag mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit ausgezeichnet. Die Fraktionsvorsitzenden im EU-Parlament einigten sich am Donnerstag in Straßburg auf die Favoritin der Endauswahl. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz würdigte die Schülerin als "beispielhaft mutige Person in einem Land, in dem Mädchen Freiwild sind".

09:00 Uhr: Heute wird der Friedensnobelpreis vergeben. Als große Favoritin gilt die 16 Jahre alte Malala, die sich in ihrer Heimat Pakistan gegen die Taliban für das Recht von Frauen und Mädchen auf Bildung einsetzt.

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