IAEA-Direktor: "Situation sehr ernst"

Fukushima

IAEA-Direktor: "Situation sehr ernst"

Yukiya Amano ruft dazu auf, die derzeitigen Sicherheitsstandards zu überdenken.

"Insgesamt bleibt die Situation sehr ernst. Es gibt aber einige Zeichen einer Verbesserung der Lage." So fasste der Generaldirektor der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA), Yukiya Amano, Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Wien die aktuelle Situation nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima zusammen.

"Die Stromversorgung für die Reaktoren wird wiederhergestellt. Der Druck im Reaktorbehälter des Block 3 ist gesunken. Die Kühlung von Reaktorblock 5 und 6 läuft wieder. Bei der Messung der Radioaktivität hat sich keine Änderung ergeben. Unmittelbar bei dem Kraftwerk werden hohe Werte gemessen. In Wasser, Milch und Gemüse wurde Strahlung registriert".

"Sicherheitsstandards überdenken"
Insgesamt habe die IAEA nach dem Erdbeben, dem Tsunami und der Reaktorkatastrophe ihre Aufgaben innerhalb ihres Regelwerkes erfüllt. Amano: "Wir geben validierte Informationen weiter. Aber unser Rahmen, in dem wir auf solche Notfälle reagieren, gehört neu bewertet. Es wurde in den 1980er Jahren etabliert. Da gab es noch nicht diese Revolution in der Informationsverbreitung."

Es gehe aber auch die Notwendigkeit, die geltenden Sicherheitsstandards zu überdenken: "Wir müssen die Situation bewerten und feststellen, was notwendig ist. Aber genau das wissen wir zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht." Die für die Reaktorsicherheit geltenden Sicherheitsstandards bestünden derzeit auf freiwilliger Basis. Der IAEA-Generaldirektor: "Sie könnten auch verpflichtend werden. (...) Aber das ist nur eines von vielen Elementen. Wir müssen die Standards innerhalb eines sinnvollen Zeitraums begutachten. Wir brauchen aber deshalb nicht sofort dazu 'aufspringen'. Zunächst brauchen wir ein Verständnis aller Abläufe."

Umsetzung hängt von Mitgliedsstaaten ab

Verpflichtende Sicherheitsstandards wären jedenfalls international nicht leicht einzuführen. Amano: "Das hängt von unseren Mitgliedsstaaten ab. Die Meinungen dazu sind sehr verschieden. Aber diese Aktivitäten nach dem Unfall sind keine Frage von heute."

Insgesamt - so der Japaner - hätte sich der Informationsfluss von den offiziellen Stellen seines Heimatlandes zur IAEA in Qualität und Volumen deutlich verbessert: "Am Beginn war durch die ganze Konfusion der Datenfluss nicht umfassend. Aber dazu habe ich ein klares Bekenntnis der Regierung gehört." Man müsse aber auch die komplexe Katastrophensituation in Japan berücksichtigen: "Schutt unter Strahlenbedingungen zu beseitigen, das ist keine einfache Angelegenheit."

 

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