Gaddafi-Luftwaffe bombardiert Benghazi

Libyen

Gaddafi-Luftwaffe bombardiert Benghazi

Die Aufständischen konnten einige strategische Stellungen behaupten.

Die Luftwaffe des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi hat am Donnerstag den internationalen Flughafen von Benghazi bombardiert. Internationale Flüge nach Benghazi waren schon früher eingestellt worden. Rebellen-Stellungen beim Flughafen, der zehn Kilometer östlich von Benghazi liegt, waren erstmals am Vortag aus der Luft angegriffen worden.

Gaddafis Offensive geriet zuvor ins Stocken. Die strategisch wichtige Stadt Ajdabiya, 160 Kilometer südlich von Benghazi, wurde am Donnerstag immer noch von den Aufständischen gehalten. Das libysche Staatsfernsehen zeigte in der Nacht zuvor Bilder von der angeblichen Einnahme der Stadt durch die Regimetruppen. Die in Siegerpose aufmarschierenden Pro-Gaddafi-Soldaten hätten sich aber in Wirklichkeit am westlichen Eingang der Stadt befunden, berichtete Al-Jazeera. Auf den Bildern war auch kein städtisches Umfeld zu erkennen.

Aufständische behaupten Stellungen
Die Regimegegner haben ihre strategischen Positionen gegen Angriffe der Truppen von Gaddafi behauptet. In der belagerten Stadt Misrata (Misurata), 210 Kilometer östlich von Tripolis, konnten die Verteidiger massive Artillerie- und Panzerattacken abwehren. Krankenhausärzte berichteten am Donnerstagvormittag dem arabischen Fernsehsender Al-Jazeera, sie hätten 80 getötete Pro-Gaddafi-Soldaten gezählt. Aus anderen Quellen konnte dies allerdings nicht bestätigt werden.

Diskussion über Flugverbot
Im UN-Sicherheitsrat soll am Donnerstag nach wochenlangen Verhandlungen die Entscheidung über ein Flugverbot in Libyen fallen. Vor allem die Franzosen drängen auf eine Abstimmung, um Gaddafi seine wichtigste Waffe im Kampf gegen die Rebellen aus den Händen zu nehmen. Der Ausgang ist aber völlig offen, zumal die fünf ständigen der 15 Sicherheitsratsmitglieder ihr Veto einlegen können. Gaddafi selbst schließt unterdessen nach militärischen Erfolgen seiner Truppen siegesgewiss einen Dialog mit den Regimegegnern aus.

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten