Gaddafi-Sohn kündigt Militäraktion an

Kampf geht weiter

Gaddafi-Sohn kündigt Militäraktion an

Saif al-Islam lässt ausrichten, dass man nicht aufgeben oder kapitulieren wird.

Das libysche Regime bereitet nach den Worten eines Sohns von Diktator Muammar al-Gaddafi eine umfassende Militäraktion vor, um den Aufstand niederzuschlagen. Die Führung werde nicht kapitulieren, auch wenn der Westen eingreifen sollte, sagte Saif al-Islam am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Militäraktionen
Auf die Frage, ob das Regime seine Militäraktionen verstärke, sagte er: "Die Zeit ist jetzt abgelaufen ... Jetzt wird gehandelt ... Wir gaben ihnen zwei Wochen (für Verhandlungen)." "Wir werden niemals aufgeben, wir werden niemals kapitulieren", fügte er hinzu. "Das ist unser Land. Wir kämpfen hier in Libyen."

"Wir kämpfen hier in Libyen, wir sterben hier in Libyen", sagte Saif al-Islam, der sich häufig auf Englisch in internationalen Medien äußert, am Donnerstag in einem Interview mit den britischen Sendern Sky News und BBC TV.

Krisengespräche
Angesichts der Krisengespräche von NATO und EU über die Lage in Libyen und die Möglichkeit zur Einrichtung einer Flugverbotszone sagte Islam: "Das libysche Volk wird die NATO und die USA niemals willkommen heißen. Libyen ist nicht das Stück eines Kuchens." Zugleich kritisierte er den Schritt Frankreichs, das am Donnerstag als erstes Land die libysche Opposition als rechtmäßige Vertretung des Landes anerkannt hatte.

Die libysche Führung habe keine Angst vor ausländischen Truppen, sagte Saif al-Islam. Diese würden den Kampf verlieren. Bei einem Treffen mit jungen Regierungsanhängern sagte er, der Sieg sei bereits nahe. Seinen "Brüdern und Verwandten" im Osten des Landes, die um Hilfe gebeten hätten, sage er: "Wir kommen."

Soldaten bald frei
Zugleich kündigte Saif al-Islam in den britischen Medien an, dass die drei Ende Februar in Libyen gefangen genommenen niederländischen Soldaten freigelassen würden. Diese würden an maltesische und griechische Beamte übergeben. Das Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, die Soldaten, zu denen auch eine Frau zählt, seien illegal nach Libyen eingereist und sollten an Griechenland und Malta übergeben werden.

Unterdessen berichtete das libysche Staatsfernsehen, dass die Ölstadt Ras Lanuf von Aufständischen "geleert" sei und sich die Gaddafi-treuen Truppen auf dem Weg nach Benghazi (Bengasi), der Oppositionshochburg, befänden. Die Truppen seien derzeit dabei, die Ölstadt Brega weiter östlich zurückzugewinnen. Offizielle Berichte über den Fall der Stadt Ras Lanuf waren jedoch laut den Rebellen falsch. Bei Bombardierungen bei Ras Lanuf wurden nach Angaben einen Krankenhausmitarbeiters in Brega am Donnerstag mindestens vier Menschen getötet und 35 verletzt.

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