Gebäude des Innenministeriums brannte

Polizei-Proteste in Kairo

Gebäude des Innenministeriums brannte

Im Februar war die Kommunikationszentrale der Behörden schon einmal angezündet worden.

Im Zentrum der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist am Dienstag während einer Demonstration von 3.000 Polizisten ein Nebengebäude des Innenministeriums in Brand geraten.

Gebäude brannte völlig aus
Das Feuer schien alle sieben Etagen des Gebäudes erfasst zu haben. Über dem Stadtzentrum hingen dunkle Rauchschwaden. Berichte über Tote oder Verletzte lagen jedoch zunächst nicht vor. Es war auch unklar, wer den Brand verursacht hatte. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen brannte das Gebäude, in dem die Kommunikationszentrale des Ministeriums untergebracht ist, völlig aus.

© AP


Brandursache unklar
Mitarbeiter des Ministeriums sagten der Nachrichtenagentur Reuters, es bestehe wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen den Protesten und dem Brand. Das Hauptgebäude des Ministeriums sei jedoch nicht betroffen, hieß es.

Ein Augenzeuge sagte hingegen, die Demonstranten seien friedlich dagestanden. Plötzlich habe er eine Explosion und Feuer auf dem Dach gesehen. Einer der demonstrierenden Polizisten sagte im ägyptischen Fernsehen ebenfalls, die Kundgebungsteilnehmer hätten mit dem Brand nichts zu tun.

Rücktritt des Innenministers gefordert
In der Früh hatten rund 18.000 Unteroffiziere der Polizei vor dem Gebäude protestiert. Sie forderten den Rücktritt von Innenminister Mansur al-Essawi und die Wiedereinsetzung seines Vorgängers Mahmud Wagdi. Außerdem bestanden sie auf einer Gehaltserhöhung.

Wagdi war nach der Entmachtung von Präsident Hosni Mubarak im Februar eingesetzt worden. Die Protestbewegung machte jedoch so lange Druck auf den Militärrat, der die Geschicke Ägyptens in der Übergangszeit lenkt, bis dieser Wagdi entließ und Essawi zu dessen Nachfolger bestimmte.

Gebäude war schon einmal angezündet worden
Das Militär hatte das Gebäude nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Mena wegen der Demonstration abgeriegelt. Im Februar hatten ehemalige Polizisten aus Wut über ihre Entlassung dasselbe Gebäude in Brand gesteckt. Die Militärjustiz verurteilte 13 von ihnen deswegen zu langen Haftstrafen.

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