Chemnitz

Gratis-Konzert

Deutsche Stars mobilisieren gegen Rechts in Chemnitz

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Deutsche Künstler wie Marteria und Casper wollen kommenden Montag mit einem kostenlosen Konzert gegen die rechten Kundgebungen demonstrieren.

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen am Sonntag und Montag kommt Chemnitz nicht zur Ruhe: In dieser Woche sind weitere Demonstrationen in der sächsischen Stadt angemeldet. Zudem macht Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstagabend in Chemnitz Station auf seiner Tour durch den Freistaat.

Das sogenannte Sachsengespräch mit Kretschmer war lange geplant, bekommt durch die aktuellen Vorfälle aber eine besondere Brisanz. Seit Februar bereist Kretschmer alle Landkreise und kreisfreien Städte. Bei seinem Amtsantritt im Dezember kündigte der CDU-Politiker an, er wolle mit den Menschen in Sachsen wieder mehr ins Gespräch kommen. Zuvor hatte die CDU bei der Bundestagswahl eine herbe Niederlage erlitten und war nach der AfD nur knapp zweitstärkste Partei geworden.

Fast zeitgleich ruft die rechtspopulistische Organisation Pro Chemnitz erneut zu einer Demonstration auf. Diese war auch Initiator der Demonstration am Montagabend, die in Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Linken mit zahlreichen Verletzten mündete. Rund 6.000 Menschen, darunter zahlreiche gewaltbereite Rechtsextreme, waren dem Aufruf gefolgt.

Als Antwort auf die rechten Proteste am Montag haben die deutschen Rap-Künstler Casper und Marteria ein Gratis-Konzert angekündigt. Dies soll als ein klares Zeichen gegen Rechts gesetzt werden. Mittlerweile sind die beiden, die derziet gemeinsam auf Tour sind, aber nicht mehr allein. Zahlreiche Kollegen, wie Trettmann, Feine Sahne Fischfielt und K.I.Z haben sich für das Gratis-Konzert am 3. September  in Chemnitz angekündigt. Es soll ein lauter Abend mit klarer Message werden, berichtet das deutsche Portal „dasding.de“.

Und es soll nicht das letzte Konzert gegen Rechts in Chemnitz sein. In den nächsten vier Wochen sollen immer montags Veranstaltungen stattfinden. Organisiert wurde diese Aktion von der deutschen Band „Kraftklub“. Die vier Musiker sind gebürtige Chemnitzer und wollten ebenfalls ein Zeichen in ihrer Heimatstadt setzen.

Pro Chemnitz nicht vom Verfassungsschutz beobachtet

Die selbst ernannte Bürgerbewegung Pro Chemnitz sitzt übrigens mit drei Abgeordneten im Chemnitzer Stadtrat. Vom Verfassungsschutz wird die Organisation, die bisher unter anderem durch Proteste gegen Asylbewerberheime auffiel, bisher nicht beobachtet. Die Aktivitäten der vergangenen Tage würden beim Verfassungsschutz aber sehr wohl registriert, heißt es dort.

Nahe am Veranstaltungsort des Sachsengesprächs meldete Pro Chemnitz nun für Donnerstag ab 18.00 Uhr nach Angaben der Stadt eine Kundgebung mit mehreren hundert Teilnehmern an. Die Polizei, die zuletzt mit der großen Demonstrantenzahl überfordert schien und mit dem Vorwurf mangelnder Einsatzplanung konfrontiert war, bereitet sich vor. "Die Planungen laufen noch", sagte ein Polizeisprecher.

 

 

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