Hochhausbrand: Feuerwehr unterbricht Suche nach Opfern

"Nicht sicher"

Hochhausbrand: Feuerwehr unterbricht Suche nach Opfern

Die Ränder des Gebäudes seien nicht sicher: "Ich schicke keine Feuerwehrleute da rein"

Die Londoner Feuerwehr hat die Suche nach weiteren Opfern im ausgebrannten Hochhaus vorerst abgebrochen. Die Ränder des Gebäudes seien strukturell nicht sicher, sagte Feuerwehrchefin Dany Cotton am Donnerstag. "Ich schicke keine Feuerwehrleute da rein."

+++ Hochhausbrand in London wegen Schlampereien? +++

In der Früh, mehr als 24 Stunden nach dem Ausbruch des verheerenden Feuers, kam noch immer Rauch aus dem Haus. Es gebe noch Brandnester, sagte Cotton. Die Feuerwehr habe alle 24 Stockwerke kurz durchsuchen können. Für eine gründlichere Suche müssten vor allem die oberen Stockwerke erst gesichert werden.

© APA
Hochhausbrand London Grafik

Steigende Zahl der Todesopfer vermutet

Bei dem Großbrand im Grenfell Tower im Stadtteil Kensington kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben. Die Zahl der Todesopfer dürfte sich nach Einschätzung von Scotland Yard weiter erhöhen. Niemand wisse, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Feuers in dem Sozialbau aufgehalten hätten, sagte Cotton. Dutzende, darunter ganze Familien, wurden noch vermisst.

Nach Angaben von Bewohnern brannte das Hochhaus, dessen Fassade im Zuge einer größeren Renovierung bis ins vergangene Jahr neu verkleidet wurde, zuerst von außen. Das verbaute Dämmmaterial habe wohl zur schnellen Ausbreitung des Feuers beigetragen, sagten Experten.

Missstände waren bekannt

Die Betreibergesellschaft KCTMO erklärte, über die langjährigen Klagen der Bewohner über Missstände "auf dem Laufenden" gewesen zu sein. Es sei aber noch zu früh, über die Ursachen des Brandes zu spekulieren. Die für die Renovierung zuständige Firma Rydon erklärte, bei der knapp zehn Millionen Euro teuren Maßnahme seien alle Brandschutz- und Sicherheitsvorschriften eingehalten worden.

Diashow: London: Großbrand in Hochhaus

London: Großbrand in Hochhaus

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