Hochhausbrand in London wegen Schlampereien?

Unzureichender Brandschutz

Hochhausbrand in London wegen Schlampereien?

Die britische Premierministerin kündigte eine "sorgfältige Untersuchung" an.

Nach der Brandkatastrophe in einem Hochhaus in London hat die britische Premierministerin Theresa May eine "sorgfältige Untersuchung" angekündigt. Wenn aus dem Feuer Konsequenzen zu ziehen seien, würden Maßnahmen ergriffen, sagte May am Mittwochabend.

Die Regierungschefin würdigte den Einsatz der Rettungskräfte und sprach den Betroffenen ihre Anteilnahme aus. "Heute Abend haben viele Menschen keinen Ort, wo sie hingehen können, sie haben absolut alles verloren. Ihnen zu helfen, muss für uns im Mittelpunkt stehen."

+++ Zeuge: "Kind sprang aus dem 22. Stock" +++

Mindestens zwölf Tote

Bei dem gewaltigen Brand im 24-stöckigen Grenfell Tower im Zentrum Londons kamen am Mittwoch mindestens zwölf Menschen ums Leben. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mindestens 79 Patienten in Kliniken behandelt, 18 von ihnen seien in einem kritischen Zustand. 65 Menschen wurden aus den Flammen gerettet.

Die Ursache des Brands blieb zunächst unklar. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan versprach umfassende Aufklärung. "Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden."

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London: Großbrand in Hochhaus

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    Hochhaus nicht einsturzgefährdet

    Der britische Brandschutz-Experte Jon Hall nannte den Brand im Grenfell Tower einen Unfall, wie er in der Dritten Welt vorkomme. "Alle Bestandteile der Feuersicherheit und des Gebäudemanagements" müssten versagt haben, vermutete er auf Twitter.

    Nach der Katastrophe ist das Hochhaus im Stadtteil Kensington entgegen ersten Befürchtungen nicht einsturzgefährdet. Spezialisten hätten den Sozialbau untersucht und für weitere Lösch- und Bergungsarbeiten sicher befunden, teilte die Feuerwehr am Abend mit. Nach Angaben der Polizei wird der Rettungseinsatz noch mehrere Tage dauern.

    © APA
    Hochhausbrand London Grafik
    × Hochhausbrand London Grafik

    Unzureichender Brandschutz

    Das Gebäude wurde 1974 erbaut und war von 2014 bis 2016 saniert worden. Es hatte bereits Beschwerden über unzureichenden Brandschutz in dem Hochhaus gegeben.

    Wegen des Feuers in London will der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die energetische Gebäudesanierung in Deutschland auf den Prüfstand stellen. "Ein vergleichbarer Fassadenbrand an einem Hochhaus ist in diesem Ausmaß bei uns so gut wie ausgeschlossen. Wir nehmen das jedoch zum Anlass und werden überprüfen, ob die aus energetischen Gründen geforderte Außendämmung eine zusätzliche Brandgefahr auslöst", sagte Herrmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag).

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