Krieg am Golf
Weitere Eskalation: Iran stoppt Deal mit USA
Auch am Samstag setzten die USA und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe auf militärische Ziele und Infrastruktur fort. Im Zuge dieser Eskalation erklärte der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi – laut "Business Standard" – im Staatsfernsehen, dass sein Land das erst vor rund einem Monat geschlossene Übergangsabkommen mit den USA nicht länger umsetze. Als Grund nannte er Vertragsverletzungen der US-amerikanischen Seite. Die USA hätten "mit ihren aggressiven Maßnahmen gegen ihre Verpflichtungen aus der Absichtserklärung von Islamabad verstoßen", zitierte die Nachrichtenagentur Fars den Minister aus einem TV-Interview.
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Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni eigentlich auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der Straße von Hormuz. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe. Anfang Juli war der Konflikt aber wieder eskaliert.
Kampf um die Seestraße
Im Zentrum des militärischen Konflikts steht zunehmend die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Routen für den globalen Ölhandel. Seit dem Ausbruch des Krieges nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen am 28. Februar hat der Iran die Passage für die Schifffahrt faktisch blockiert. Dies ließ den Ölpreis am Freitag auf über 86 US-Dollar pro Barrel steigen. Die iranische Führung pocht darauf, die alleinige Kontrolle über die Meerenge zu erhalten. US-Präsident Donald Trump drohte mit weiteren Angriffen auf Kraftwerke und Brücken, um den Iran zum Einlenken zu zwingen. Zudem verhängten die USA eine Seeblockade gegen iranische Häfen, um den Ölexport zu stoppen.
Schwere Schäden in Kuwait
Die verheerendsten Folgen der jüngsten Angriffswelle wurden am Samstag aus Kuwait gemeldet. Dort trafen iranische Geschosse eine Ölanlage sowie eine Meerwasserentsalzungsanlage. Mehrere Personen wurden verletzt und Brände brachen aus. Für Kuwait, das zu 90 Prozent auf entsalztes Wasser angewiesen ist, war es bereits der zweite derartige Angriff in zwei Tagen. In der Folge sperrte das Land kurzzeitig seinen Luftraum. Auch in benachbarten Staaten war die Anspannung enorm: Der Irak fing Drohnen über Erbil ab, Jordanien neutralisierte iranische Raketen, und in Saudi-Arabien sowie Bahrain heulten die Warnsirenen. Die iranischen Revolutionsgarden warnten Länder, die US-Truppen stationiert haben, sich auf entsprechende Reaktionen einzustellen.
Verluste auf beiden Seiten
Das US-Zentralkommando bestätigte Angriffe in der siebten Nacht in Folge, bei denen iranische Logistik, Waffendepots und maritime Einrichtungen bombardiert wurden. In der südiranischen Provinz Hormozgan traf es unter anderem Strom- und Wasseranlagen sowie einen Highway zum wichtigen Hafen von Bandar Abbas. Laut iranischen Behörden wurden durch die US-Angriffe der letzten drei Wochen mindestens 50 Menschen getötet und über 500 verletzt. Die US-Armee meldete ebenfalls eigene Opfer: Seit Montag wurden 13 weitere Soldaten verwundet. Damit beläuft sich die Gesamtzahl auf amerikanischer Seite seit Kriegsbeginn auf 14 Tote und 427 Verletzte.
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