Gendermedizin warnt
Darum ist die Hitze für Frauen gefährlicher!
Während viele die Hitze einfach als unangenehm empfinden, gerät der Körper mancher Frauen dabei regelrecht an seine Grenzen. Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke sind für den gesamten Organismus eine Herausforderung. Doch Frauen reagieren darauf häufig empfindlicher als Männer. Der Grund liegt in biologischen Unterschieden, die auf den ersten Blick kaum sichtbar sind.
Im "ORF"-Interview erklärt die Gendermedizinerin Alexandra Kautzky-Willer von der MedUni Wien, dass Frauen über ein geringeres Blutvolumen sowie eine niedrigere Herzauswurfleistung verfügen. Dadurch gelangt weniger Blut an die Hautoberfläche – genau dort, wo überschüssige Wärme abgegeben werden sollte. Die Folge: Der Körper kühlt langsamer ab und überhitzt leichter. Hinzu kommt, dass Frauen im Durchschnitt eine etwas höhere Körperkerntemperatur haben. Auch der höhere Körperfettanteil wirkt wie eine natürliche Isolierschicht und erschwert die Wärmeabgabe zusätzlich.
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Frauen schwitzen deutlich weniger
Eigentlich müsste der Körper bei Hitze möglichst schnell kühlen. Doch genau hier unterscheidet sich der weibliche Organismus erneut vom männlichen. Frauen besitzen kleinere Schweißdrüsen und beginnen häufig erst bei höheren Temperaturen stärker zu schwitzen. Selbst dann produzieren sie meist weniger Schweiß als Männer. Dadurch fällt eine der wichtigsten Kühlfunktionen des Körpers schwächer aus – und das Herz muss noch mehr leisten, um die Körpertemperatur konstant zu halten.
Hormone verstärken die Belastung
Neben den körperlichen Unterschieden spielen auch Hormone eine entscheidende Rolle. Das weibliche Temperaturregulationssystem verändert sich im Laufe des Zyklus ständig. Während Östrogen die Wärmeabgabe unterstützt, erhöht Progesteron, das nach dem Eisprung besonders aktiv ist, die Stoffwechselrate. Dadurch steigt auch die Körpertemperatur um bis zu einem halben Grad. Kurz vor der Menstruation sinkt der Östrogenspiegel zusätzlich ab. Viele Frauen kennen deshalb das Gefühl, an heißen Tagen kurz vor oder während der Periode deutlich erschöpfter zu sein. Schwindel, Konzentrationsprobleme oder Stimmungsschwankungen können dann stärker auftreten als sonst.
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