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Obama ruft Ausnahmezustand aus

USA zittern vor Horror-Hurrikan "Mathew"

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Bisher wurden über 100 Menschen getötet. Die USA rüsten sich. Disneyworld schloss seine Tore.

Hurrikan "Matthew" hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Auf der Karibikinsel Haiti sind durch den Hurrikan "Matthew" nach Regierungsangaben über hundert Menschen ums Leben gekommen. Es habe mindestens 108 Tote gegeben, sagte Innenminister Francois Anick Joseph am Donnerstag. Kurz zuvor hatte ein Abgeordneter gesagt, allein in der Gemeinde Roche-a-Bateau im Süden Haitis habe es mindestens 50 Tote infolge des Wirbelsturms gegeben.

Mit Windgeschwindigkeiten von 225 Kilometern pro Stunde fegte der stärkste Wirbelsturm seit fast einem Jahrzehnt über Haiti und Kuba hinweg. Nach Angaben lokaler Behörden kamen allein in Haiti 65 Menschen ums Leben, vier weitere in der Dominikanischen Republik. Zahlreiche Menschen verloren ihr Dach über dem Kopf.

Vor allem in Haiti hinterließ der Wirbelsturm große Schäden. Sintflutartige Regenfälle und Windböen zerstörten Häuser, Straßen und Anbauflächen. Da viele der am stärksten betroffenen Gebiete nicht mehr erreichbar waren, ist das genaue Ausmaß der Katastrophe noch nicht abschätzbar. In dem völlig verarmten Karibikstaat leben sechs Jahre nach dem verheerenden Erdbeben mit mehr als 200.000 Toten immer noch Zehntausende in Zelten und Notunterkünften. 300 US-Marinesoldaten machten sich auf den Weg, um vor Ort Hilfe zu leisten.

Disneyworld schließt seine Tore

Nachdem es besonders die Karibik hart getroffen hatte, zieht er nun in Richtung USA. Millionen Menschen haben sich im Südosten der USA in Sicherheit gebracht. Allein die Regierung in South Carolina ordnete die Evakuierung von mehr als einer Million Bürger an. Im US-Bundesstaat Florida wurde der Hurrikan am Donnerstagabend erwartet. Um auf Nummer sicher zu gehen, entschieden die Verantwortlichen in Disneyworld frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen. Der Vergnügungspark schließt bis Samstag seine Tore, um die Mitarbeiter und Besucher nicht zu gefährden.

Flucht von ins Landesinnere

Im US-Bundesstaat South Carolina rief Gouverneurin Nikki Haley die Bevölkerung dazu auf, sich von den Küsten mindestens 160 Kilometer weit ins Inland zu begeben. Auch auf den Bahamas wurden die Menschen aufgefordert, sich auf Anhöhen in Sicherheit zu bringen. Die US-Behörden erwarteten, dass der Hurrikan auf seinem weiteren Weg in Richtung USA weiter an Kraft gewinnt und stuften "Matthew" um eine Stufe hoch in die vierte von insgesamt fünf möglichen Kategorien. In Florida rechnete der Wetterdienst immer noch mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Kilometern pro Stunde und mit heftigen Regenfällen.

In Florida, Georgia sowie Nord- und Süd-Carolina verstopften die Flüchtenden die Straßen von den Küsten ins Inland. Insgesamt waren rund zwölf Millionen US-Bürger von der Sturmwarnung betroffen. "Jeder in unserem Bundesstaat muss sich jetzt auf einen direkten Einschlag gefasst machen", sagte Floridas Gouverneur Rick Scott. Wenn "Matthew" Florida voll treffe, könnten die Zerstörungen katastrophal sein. "Bereiten Sie sich vor", forderte er die Bevölkerung auf. Die vier Bundesstaaten, die "Matthew" voraussichtlich treffen wird, riefen den Notstand aus. Dies ermöglicht zum Beispiel den Einsatz der Nationalgarde.

Obama warnte Bevölkerung

Auch US-Präsident Barack Obama erklärte wegen der akuten Bedrohung den Ausnahmezustand für Florida. Er rief die Bürger auf, sich an sichere Orte zu begeben; überall wurden Schutzräume geöffnet. Schulen und Flughäfen in der Region wurden geschlossen, zudem wurden nach Berichten lokaler Medien einige Krankenhäuser evakuiert. Hunderte Flüge nach und aus Miami, Fort Lauderdale und Orlando wurden gestrichen. An etlichen Tankstellen ging das Benzin aus. Wer den Sturm zu Hause aussitzen wollte, versorgte sich mit Proviant und vernagelte seine Fenster. Eine Bewohnerin in West Palm Beach in Florida twitterte zum Beispiel: "Alles ist bereit, um nun in Deckung zu gehen. Möge Gott uns beistehen."

Das nationale Hurrikan-Zentrum erklärte, es sei noch zu früh um vorherzusagen, wo in den USA "Matthew" wohl den größten Schaden anrichten werde. Der Sturm ist der stärkste seit 2007, als "Felix" Zentralamerika getroffen hatte.

 

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