Hunderte libysche Flüchtlinge vermisst

Im Mittelmeer

Hunderte libysche Flüchtlinge vermisst

UNO-Flüchtlingshelfer fordern Italien zur Suche nach zwei Booten auf.

Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) hat die italienischen Behörden aufgerufen, die Suche nach zwei Booten mit 400 Flüchtlingen aus Libyen aufzunehmen, von denen jegliche Nachricht fehlt. Auf einem am 22. März abgelegten Boot befinden sich laut UNHCR-Angaben 330 Migranten aus Somalia, Eritrea und Äthiopien. Ein weiteres Boot mit 68 Migranten an Bord war am 25. März von der libyschen Küste abgefahren. Von beiden fehlt jegliche Spur, berichtete UNHCR.

Tausende Flüchtlinge werden von Lampedusa aufs Festland verlegt
Unterdessen soll auf Lampedusa am Samstag wieder die Weiterfahrt der über 3.700 tunesischen Migranten beginnen, die sich auf der Insel befinden. Die Tunesier sollen mit Schiffen aufs italienische Festland gebracht werden. Starker Westwind und hoher Seegang hatten am Freitag die Verlegung der Flüchtlinge von der italienischen Insel in andere Aufnahmelager vorübergehend gestoppt. Auch am Samstag war die Wetterlage noch schwierig.

Italienische Regierung erhöht den Druck auf Tunesien
Die Regierung in Rom setzt Tunesien inzwischen für die Rückführung der auf Lampedusa gelandeten Migranten unter Druck. Premier Silvio Berlusconi, der am kommenden Montag seinen tunesischen Amtskollegen Beji Caid Essersi treffen wird, will sich dafür einsetzen, dass in den nächsten Wochen circa 100 Migranten pro Tag in ihre Heimat zurückgeführt werden. Dafür will seine Regierung Tunesien bis Mitte April 100 Millionen Euro für die Sicherheitskräfte zur Verfügung stellen, die die Abfahrt der Migranten von den tunesischen Küsten verhindern sollen.

Italienische Bischöfe fordern Europa zur Unterstützung auf
Auch die italienischen Bischöfe beobachtet mit zunehmender Sorge die Entwicklung des Flüchtlingsdramas in Süditalien. Die italienische Kirche appellierten an Europa, Italien bei der Bewältigung des Migrantennotstands zu unterstützen. Das Problem der Massenlandungen nordafrikanischer Migranten werde noch länger anhalten und übertreffe die Möglichkeiten eines einzigen Landes wie Italien. Daher sei der Einsatz Brüssels dringend notwendig. "Europa muss auf den Hilferuf der afrikanischen Völker reagieren und Kooperation und Aufnahme garantieren. Lediglich eine weitreichende Kooperationsstrategie wird den nordafrikanischen Völkern Entwicklung und dauerhaften Frieden bescheren", hieß es in einem Dokument, das nach der Sitzung des ständigen Episkopatrats in Rom veröffentlicht wurde.

Kirche nimmt Tausende Flüchtlinge auf
Die Kirche will ihren aktiven Beitrag zur Unterstützung der tunesischen Migranten leisten. Die italienische Caritas sei bereit, 2.500 Plätze für Flüchtlinge aus Nordafrika bereitzustellen. Die Bischöfe forderten die Pfarreien des Landes zur Offenheit und Gastfreundschaft gegenüber Flüchtlingen auf. Zugleich bemühe sich die Kirche für eine Kultur, die die Aufnahme der Flüchtlinge und die Brüderlichkeit fördere.



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