USA

Monster-Hurrikan "Irene" fordert erste Tote

New York: U-Bahnen fahren nicht, alle Flughäfen sind dicht. Es gibt Tote.

Eine der lebendigsten Metropolen der Welt ist zur Fußgängerzone geworden: Wegen des nahenden Wirbelsturms "Irene" ist am Samstag der öffentliche Verkehr in New York komplett eingestellt worden. Die drei Flughäfen, von denen sonst jeden Tag Tausende Flüge in alle Welt abgehen, wurden geschlossen. Seit Mittag (18 Uhr MESZ) sind auch die U-Bahn-Stationen dicht. Es soll zwar acht Stunden dauern, bis alle Züge in den Depots sind. Fahrgäste nimmt die "Subway" aber nicht mehr mit. Auch Busse fuhren nicht mehr.

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Hurrikan: So wütet "Irene" an der US-Ostküste

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    Eine Million ohne Strom
    Die Folgen werden immer massiver. Bis zum Samstagnachmittag (Ortszeit) waren in den zunächst besonders betroffenen Staaten North Carolina und Virginia eine Million Menschen ohne Strom, wie der US-Sender CNN berichtete. Die Behörden hatten vor der Ankunft des Sturms erhebliche Stromausfälle entlang der Atlantikküste befürchtet.

     Vier Tote
    Unterdessen stieg die Zahl der Todesopfer durch den Sturm auf mindestens vier. Drei Menschen kamen in North Carolina infolge des Hurrikans ums Leben, meldete CNN. In der Stadt Newport News in Virginia starb ein Elfjähriger, als ein Baum auf sein Haus fiel und das Dach durchschlug, wie die "New York Times" berichtete.
     

    Kurz nach seiner vorzeitigen Rückkehr aus dem Urlaub hat US-Präsident Barack Obama persönlich die Vorkehrungsmaßnahmen seiner Regierung gegen den Hurrikan überwacht. Nach Angaben des Weißen Hauses hielt er eine Telefonkonferenz mit Heimatschutzministerin Janet Napolitano, dem Chef der Katastrophenschutzbehörde FEMA, Craig Fugate, sowie mit weiteren ranghohen Katastrophenschützern ab und besuchte am Sitz der FEMA in Washington einen Krisenstab, der die Maßnahmen der Behörden auf allen Ebenen koordinieren soll. Offensichtlich will das Weiße Haus einen ähnlichen Kompetenzwirrwarr wie bei der "Katrina"-Katastrophe im Jahr 2005 vermeiden.

    © Reuters
    Monster-Hurrikan
    × Monster-Hurrikan

    (c) Reuters

    Immens großer Wirbelsturm
    Die Region bereitet sich auf den größten Sturm seit einem Vierteljahrhundert vor. Problematisch ist weniger die Geschwindigkeit der Windspitzen, sondern die Größe des Wirbelsturms: "Irene" bedeckt fast die gesamte Ostküste der USA und soll auch Gebiete erreichen, die mit tropischen Wirbelstürmen nicht vertraut sind: Die Megametropole New York und die Neuenglandstaaten um Boston. Selbst Kanada könnte "Irene" zu spüren bekommen. Weiteres Problem: Im Gegensatz zum gewaltigen Sturm "Gloria" 1985 wird "Irene" mit der Flut zusammentreffen.

    Long Island: Lage dramatisch
    Besonders bedroht ist Long Island, die fast 200 Kilometer lange Insel, die östlich von New York in den Atlantik ragt. Um 18.00 Uhr Ortszeit wird sie in eine Richtung gesperrt: Dann kommt niemand mehr auf die Insel, nur noch von der Insel herunter. Die Behörden ermuntern die Leute, die Insel zu verlassen. "Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor", sagte ein Vertreter des Countys (Landkreis). "Und das sollte jeder tun. Nehmen Sie diesen Sturm sehr, sehr ernst."

    Auch ohne Bus und Bahn waren die New Yorker am Samstag trotz Regens und Schwüle noch zu Hamsterkäufen unterwegs. Batterien, Fertignahrung und vor allem Wasser wurde aus den Läden geschleppt. Oft stießen die Kunden aber nur auf leere Regale. "Das ist jetzt der vierte Supermarkt. Nichts!", sagte ein Kunde in einem nördlichen Vorort. In einem nahen Aldi-Markt sagte ein Mitarbeiter: "Das ganze Wasser ist längst weg. Wir haben schon nachgeordert, aber in der ganzen Region scheint es keine Flasche Wasser mehr zu geben."

    Manche baden noch
    Viele nehmen den Sturm aber wohl doch nicht zu ernst. Der New Yorker Sender NY1 zeigte noch am Samstagnachmittag, als die ersten Ausläufer von "Irene" schon gewaltige Wellen ans Land stürzen ließen, Spaziergänger an den Stränden New Yorks. Einer ging sogar baden.

    Bürgermeister Michael Bloomberg forderte die Menschen mit Nachdruck auf, sich in Sicherheit zu bringen: Alle seien gewarnt worden; er werde keinen Polizisten rausschicken, um solche Leute zu retten. New Jerseys Gouverneur Chris Christie wurde noch deutlicher: "Get the hell off the beach" - "Haut verdammt noch mal vom Strand ab! Brauner werdet Ihr nicht! Haut vom Strand ab!"

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