Schweinegrippe

Impfstoffe im Millionenwert entsorgt

Die in Österreich gelagerten Reserve haben einen Wert von über 3 Mio. Euro.

Reihum werden Schweinegrippe-Impfstoffe im Millionenwert entsorgt: Ende dieses Jahres wird die Schweiz die letzten 3,4 Millionen Dosen seiner nicht benötigten Vakzine zerstören, berichtete die Nachrichtenagentur sda. In Deutschland blieben gar 30 Millionen Einheiten ungenützt. Österreich hat noch immer 500.000 Dosen auf Lager, die aller Voraussicht nach auch nicht mehr gebraucht werden.

Keine Eile in Österreich
"Österreich hat 500.000 Dosen als strategische Reserve eingelagert. Da uns die Lagerung de facto nichts kostet - die Kosten sind wirklich vernachlässigbar -, haben wir es nicht eilig", sagte Thomas Kvicala, Sprecher von Gesundheitsminister Alois Stöger (S). "Wir gehen zwar auch davon aus, dass wir den Impfstoff nicht mehr brauchen werden, noch dazu, wo mittlerweile ein Dreifach-Impfstoff im Handel ist, der gegen drei Virenstämme wirkt. Aber wir schauen uns erst einmal an, welche neuen Virenstämme nächsten Winter auftauchen werden."

56,4 Millionen Franken
Die Schweiz wird, die letzten Dosen eingerechnet, am Ende insgesamt Impfstoffe im Wert von 56,4 Millionen Franken (44 Millionen Euro) entsorgt haben. Hinzu kämen Kosten von rund 200.000 Franken (155.885 Euro) für die Vernichtungsaktion, sagte Jean-Louis Zürcher, Sprecher des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit (BAG), am Dienstag. Insgesamt hatten die Schweizer 13 Millionen Dosen gekauft. 5,3 Millionen Dosen waren schon 2010 zerstört worden, weitere 1,8 Millionen Einheiten an die WHO und den Iran verkauft und verschenkt.

Der von Österreich eingelagerte Impfstoff kostet pro Dosis 6,55 Euro, insgesamt eine Summe von 3,275.000 Euro. Die absehbare Entsorgung kostet laut Kvicala Österreich im Gegensatz zur Schweiz nichts. "Die Entsorgung führt die Firma durch, das ist vertraglich abgesichert."

Die Regierungen hatten Ende 2009 vorsorglich Impfstoffe gegen eine von der Weltgesundheitsorganisation WHO angekündigte Pandemie gekauft. Die "Schweinegrippe" brach aber nicht im prognostizierten Ausmaß aus, Millionen Impfdosen blieben übrig.



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