Israel droht Hisbollah im Vorfeld der Gespräche mit libanesischer Regierung
Vor neuen Gesprächen Israels und des Libanons in Washington hat der israelische Verteidigungsminister erneut mit der Tötung des Hisbollah-Chefs gedroht. Naim Qassem werde "mit seinem Kopf bezahlen", sagte Minister Israel Katz nach Medienberichten bei einer Veranstaltung zum israelischen Soldatengedenktag. Am Donnerstag sollen in Washington Gespräche auf Botschafterebene zwischen Israel und dem Libanon stattfinden.
Auch während einer Waffenruhe bleibe die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz das übergreifende Ziel, sagte Katz nach Angaben des Nachrichtenportals "ynet". Die Hisbollah habe Israel "im Dienste ihrer iranischen Herren angegriffen" und werde dafür den Preis zahlen. "Jeder, der die Hand gegen Israel erhebt, dem wird sie abgeschlagen. Wir werden nicht zur Realität vor dem 7. Oktober 2023 zurückkehren", sagte Katz demnach.
Fortsetzung der Gespräche
Die Gespräche auf Botschafterebene zwischen Israel und dem Libanon werden laut einem Sprecher des US-Außenministeriums am Donnerstag in Washington fortgesetzt.
Am Montag meldete sich Libanons Präsident Joseph Aoun über die Verhandlungen zu Wort. Der Libanon wolle künftige Verhandlungen mit Israel über eine Delegation unter dem ehemaligen Botschafter in Washington, Simon Karam, führen. Keine andere Partei werde an dem Prozess beteiligt sein oder den Libanon vertreten - möglicherweise eine Anspielung auf die Hisbollah. Die libanesische Regierung und ihre Armee sind nicht Konfliktpartei des Kriegs zwischen der Hisbollah und den USA.
Israel strebt mit den direkten Verhandlungen ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an und fordert eine Entwaffnung der Hisbollah. Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanons erreichen. Israel hat dort nach eigenen Angaben eine "Sicherheitszone" eingerichtet, die libanesische Führung spricht dagegen von der Besatzung libanesischem Bodens.