Italien-Intrige machte Bergoglio zum Papst

Vatikan

Italien-Intrige machte Bergoglio zum Papst

Weil die Italiener sich gegen Scola verbündeten, wurde Argentinier neuer Papst.

Den Krimi rund um die Papstwahl hätte selbst Bestsellerautor Dan Brown (Da Vinci Code) nicht besser erfinden können. Was sich in den 25 Stunden des Konklaves hinter den verschlossenen Türen der Sixtinischen Kapelle abspielte, hatte alle Zutaten eines Hollywood-Thrillers.

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Die erste Papst-Messe

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    Der Italiener Angelo Scola, Erzbischof von Mailand, ging als Top-Favorit in die Wahl. Er ist Herr über die größte Diözese Italiens, Ratzinger-Schüler, lag bei den Wettquoten haushoch in Führung.

    Italien-Komplott. Aber Scola hatte die Rechnung ohne seine „Feinde“ gemacht. Im Hintergrund schmiedeten Scolas italienische Kardinalskollegen ein Komplott gegen ihn.

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      Bereits nach dem ersten Wahlgang (Dienstag, 16 Uhr) zeigte sich, dass sich Scola nicht durchsetzen kann, er kam nur auf knapp über zehn Stimmen (für die Mehrheit brauchte er 77), dabei waren 28 Italiener stimmberechtigt. Was gegen Scola sprach:

      • Die nichteuropäischen Kardinäle (speziell aus Südamerika) forderten vehement einen Papst von außerhalb des alten Kontinents.
      • Den Todesstoß versetzten Scola die Italiener: Die Kardinäle Angelo Sodano und Tarcisio Bertone verbündeten sich gegen Scola, dem sie seine Nähe zu Berlusconi und seine Unterstützung für den Holocaust-Leugner Williamson nachtrugen.

      Bergoglio holte auf
      Und so zeichnete sich immer mehr die Sensation ab: Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio holte immer mehr auf. Im dritten Wahlgang kam er bereits auf 30 Stimmen, im vierten waren es schon 60, im fünften die nötigen 77 Stimmen.

      Jener Bergoglio, der 2005 freiwillig auf seine Wahl zum Papst zugunsten Ratzingers verzichtet hatte. 40 Kardinäle hätten damals für ihn gestimmt. Genau dieser Rückzug wurde nun zum großen Trumpf Bergoglios: „Viele Kardinäle haben sich gedacht, dass sie dort weitermachen, wo sie 2005 aufgehört haben“, so Vatikan-Experte Andreas Englisch. Mit Bergoglio siegte somit der „logischste“ Papst-Kandidat – obwohl ihn niemand auf der Rechnung hatte.

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