50 AKW-Helden opfern sich für alle

Kühlung versagt

50 AKW-Helden opfern sich für alle

Nach Einsatz haben sie nur mehr Wochen zu leben.

Hier geht's zu allen Bildern

Hier geht's zu allen Videos

Hier geht's zum Live-Ticker

Sechs Tage nach der Atom-Katas­trophe meldete sich gestern erstmals auch Japans Kaiser zu Wort. Die Probleme seien nicht vorhersehbar gewesen, sagte Akihito. Er sei "zutiefst besorgt".

Diashow: So zerstört ist Fukushima wirklich

So zerstört ist Fukushima wirklich

×

    Die letzte Hoffnung liegt auf den letzten 50 verbliebenen Technikern im AKW. Sie waren am Dienstag zusammen mit 750 Kollegen zunächst abgezogen worden, als die Strahlenwerte im Kernkraftwerk Fukushima in die Höhe geschossen waren, zeitweise auf 400 Millisievert (in Tschernobyl wurde bei 350 Millisievert evakuiert).
    Nachdem die Werte wieder gesunken waren, kehrten die Männer am Mittwoch an den Unglücksreaktor zurück. Freiwillig.

    Diashow: Ein Land geht durch die Hölle

    Ein Land geht durch die Hölle

    ×

      Kühlen verzweifelt
      Nun werden sie als die "Tapferen 50" im Internet gefeiert. Ihre Mission ist hoffnungslos. In ihren verschweißten Strahlenschutzanzügen versuchen sie mit dem primitivsten Mittel (Wasserschlauch) das "AKW der Angst" zu kühlen. Maximal zehn Minuten sollten sie sich der Radioaktivität aussetzen. Jeder überschreitet dieses Zeitlimit. Ihre Körper sind schon verstrahlt.

      Alle werden sterben
      "Bei diesem Grad der Verstrahlung werden alle 50 Techniker höchstens noch einige Wochen leben", so die düstere Prognose vom ABC-Abwehroffizier Otto Strele vom Bundesheer. Die Organe der 50 Helden werden von der Strahlung zerstört. Sie sind dem Tod geweiht. Jetzt kann man nur mehr hoffen, dass ihr Kampf nicht umsonst ist.
       

      Strahlen-Experte: "Arbeiter können Reaktor
 nur mehr abspritzen"

      Otto Strele ist ABC-Abwehr-Offizier beim Bundesheer. Er leitete viele Hilfseinsätze, ist Strahlen-Experte.

      ÖSTERREICH: Was machen die 50 Männer im AKW?
      Otto Strele: Ihre Hauptaufgabe: die Folgeschäden für andere so gering wie möglich halten. Wasser wird durch Schläuche in das AKW gepumpt. Die Männer spritzen derzeit einfach die Reaktoren an, um sie zu kühlen. Einige andere werden noch Messungen vornehmen.

      ÖSTERREICH: Dabei herrscht doch absolute Lebensgefahr?
      Strele: Diese Menschen sind komplett der Strahlung ausgesetzt. Deswegen werden sie sich, so oft es geht, abwechseln. Doch 50 Männer sind nicht sehr viele – jeder kommt häufig dran. Es ist allen sicherlich klar: Sie werden an der Strahlenkrankheit sterben. Sie sind sogenannte Liquidatoren. Die wissen, was ihnen bevorsteht, aber sie machen es sicher freiwillig.

      ÖSTERREICH: Warum?
      Strele: Sie arbeiten in einem AKW, die wissen ganz genau, wie gefährlich der Job ist. Das ist für sie eine Art Heldentod. Diese Menschen opfern sich für die Gesamtheit auf.

      ÖSTERREICH: Wie wirkt die Strahlung auf die Helfer?
      Strele: Es gab Berichte, wonach die Strahlung am Reaktor 400 Millisievert pro Stunde beträgt. Das ist das 200-Fache der Maximaldosis, die von heimischen Behörden erlaubt wird.

      ÖSTERREICH: Was passiert dabei mit den Männern?
      Strele: Sofort ändert sich deren Blutbild. Nach zwei Stunden beginnen Mundblutungen, danach Nierenblutungen. Es gibt keine Rettung mehr. Ihre Organe sind derart geschädigt, dass sie höchstens noch einige Wochen überleben werden.

      Diashow: Die schlimmsten AKW-Unfälle

      Die schlimmsten AKW-Unfälle

      ×

        OE24 Logo
        Es gibt neue Nachrichten