Die Stunden sind gezählt: Für Buckelwal „Timmy“ beginnt jetzt die alles entscheidende Phase. Nach Wochen voller Hoffnung, Rückschlägen und Kritik könnte sich sein Schicksal schon bald endgültig entscheiden.
Seit fast einem Monat kämpft der geschwächte Wal vor der Ostseeinsel Poel ums Überleben. Nun läuft die bislang größte Rettungsaktion an, mit schwerem Gerät, Schleppern und einem riskanten Plan.
Große Rettungsaktion startet
Am Sonntag wurde die Rettungsplattform für „Timmy“ zunächst vom Schlepper „Hans“ in Richtung Kiel gebracht. In der Nacht auf Montag, gegen 1.40 Uhr, erreichte der Transport schließlich sein Ziel, wo die Barge an den Schlepper „Robin Hood“ übergeben wurde.
Seit dem frühen Morgen ist dieser nun weiter nach Wismar unterwegs. Wie berichtet wird, soll das Schiff gegen 18 Uhr dort eintreffen. Ob der eigentliche Rettungseinsatz wie geplant am Dienstag stattfinden kann, bleibt jedoch offen: Ursprünglich war die Ankunft bereits früher vorgesehen.
Die Idee dahinter ist spektakulär: Der Wal soll aufwendig geborgen und anschließend über mehrere Tage bis in die Nordsee geschleppt werden. Ein extrem belastender Transport für das ohnehin geschwächte Tier. Bereits zuvor hatten Helfer geplant, „Timmy“ mit Luftkissen und Pontons anzuheben und aus dem flachen Wasser zu holen. Doch genau dieser Plan sorgt für heftige Kritik. Fachleute hatten schon früh bezweifelt, dass eine Rettung überhaupt noch möglich ist. Einige Tierschützer gehen sogar so weit, eine Einschläferung als einzige humane Lösung zu fordern.
Auch Experten warnen: Der Stress durch eine solche Aktion könnte für den Wal lebensgefährlich sein.
Wochen voller Drama und Hoffnung
Seit Ende März strandet „Timmy“ immer wieder in der flachen Ostsee, schwimmt sich kurz frei und sitzt dann erneut fest. Sein Zustand wurde mehrfach als kritisch beschrieben. Zwischenzeitlich bewegte sich das Tier kaum noch, Helfer konnten oft nur zusehen und hoffen.
Nun läuft die Zeit endgültig davon. Mit der Ankunft der Spezialschiffe beginnt die wohl letzte Chance für „Timmy“. Noch diese Woche soll der Wal abtransportiert werden. Doch ob der Einsatz tatsächlich wie geplant durchgeführt werden kann, ist weiterhin unklar. Ob spektakuläre Rettung oder tragisches Ende, die nächsten Stunden könnten über Leben und Tod des Wals entscheiden.