Der Kontrollraum im ungarischen AKW Paks.

Ungarn

Kein Ausstieg aus der Atomenergie

Der ungarische Meiler Paks ist laut Regierung absolut betriebssicher.

Auf einer großen Tafel im Konferenzraum des ungarischen Atommeilers in der Kleinstadt Paks steht "Kernkraft - die Energie der Zukunft". Von dieser Überzeugung lässt sich die ungarische Regierung auch nach dem Atomunglück in Fukushima nicht abbringen. Kein Ausstieg aus der Atomenergie sei geplant, betonte der zuständige Minister Tamas Fellegi bei einem Besuch im einzigen ungarischen Kernkraftwerk in Paks. Wie der Minister betonte, sei das AKW betriebssicher, entspräche den höchsten Sicherheitsanforderungen.

Fukushima für Budapest kein Grund zum Umdenken
Dennoch soll die Betriebssicherheit des Meilers sowjetischer Bauart mittels des EU-Stresstests erneut überprüft werden. Die Budapester Regierung sehe keinen Grund dafür, ihre Energiestrategie zu ändern. Der Atomstrom sei wichtig für die sichere Versorgung des Landes mit Elektroenergie und die Garantie der Energieunabhängigkeit, erinnerte der Minister.

AKW-Laufzeit um 20 Jahre verlängert
Rund 40 Prozent der Energieversorgung und 2.400 Arbeitsplätze sichert das AKW in Paks. Die Kleinstadt liegt rund 130 Kilometer südlich von Budapest entfernt. Hier am Ufer der Donau wurden die vier Druckwasserreaktoren des Kernkraftwerks sowjetischer Bauart vor knapp 30 Jahren in Betrieb genommen. 2005 beschloss das Parlament eine Laufzeitverlängerung um 20 Jahre. Ursprünglich sollten die Laufzeiten der Reaktoren zwischen 2012 und 2017 auslaufen.

Störfall im Jahr 2003
Im Jahr 2003 ereignete sich ein Störfall im Kernkraftwerk Paks, der mit Rang 3 auf der siebenstufigen INES-Skala qualifiziert wurde. Bei der Reinigung von Brennstäben war radioaktives Gas ausgetreten. Als Gefahren für Paks werden Erdbeben und Hochwasser genannt. Dabei könnte das AKW ein Erdbeben in der Stärke von 6,5 auf der Richterskala überstehen, beteuert die Chefetage des Kernkraftwerkes.

Erneuerbare Energien machen 7,3 Prozent aus
Erneuerbare Energien machen gegenwärtig in Ungarn 7,3 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus. Gegenüber der EU hat sich das Land verpflichtet, diesen Anteil bis zum Jahr 2020 auf 13 Prozent zu erhöhen. Selbst nimmt Budapest sogar einen Anteil von 14,5 Prozent erneuerbarer Energie ins Auge.

Bevölkerung hat keine Angst
Auch nach der Tragödie von Japan gehen die Menschen der 20.000-Einwohner-Stadt Paks ihrem ganz normalen Alltag nach. Drei Frauen im Einkaufszentrum der Stadt meinen, stets gut informiert zu sein, da viele Verwandte und Bekannte im AKW arbeiten. Auch Stadt-TV und der Rundfunk würden immer wieder Berichte über den Atommeiler bringen. Und mit einen Tsunami müsse man hier an der Donau ohnehin nicht rechnen.

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