Killer hatte psychische Probleme und nahm Drogen

Terror in Nizza

Killer hatte psychische Probleme und nahm Drogen

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Das ist der Massenmörder: Schwer gestört, von seiner Frau getrennt, IS-Sympathisant.

Samstag nahm die Polizei in Nizza vier Bekannte von Todeslenker Mohamed ­Lahouaiej-Bouhlel, 31, fest. Mit ihnen hat der Massenmörder kurz vor der Tat telefoniert: „Es geht uns darum, festzustellen, ob er mögliche Komplizen ­hatte“, sagte Polizeisprecherin Alexandra Guillet.

Inzwischen hat sich die ­Jihadisten-Miliz IS zum Anschlag bekannt, Bouhlel sei ein „Soldat der Miliz gewesen“, hieß es (siehe Kasten li.). Laut Innenminister Bernard Cazeneuve könnte er sich blitzschnell radikalisiert haben. Darauf deuten die Vernehmungen in seinem Umfeld. Laut AFP gebe es von diesen Bekannten Aussagen, die auf ein „jüngstes Abgleiten in Richtung radikaler Islam“ hinweisen.

Und dann der Knalleffekt in den Ermittlungen: Jaber Bouhlel, Bruder des Attentäters, erklärte gegenüber der Daily Mail, dass der Killer wenige Tage vor seiner Amokfahrt rund 100.000 Euro zu seiner Familie schmuggelte – er hatte Freunde überredet, bündelweise Bargeld zu seiner Familie zu bringen, mit der er eigentlich lange keinen Kontakt mehr hatte.

Woher dieses Geld stammt, wird jetzt die Ermittler beschäftigen – war „Geld gegen Leben“ der Deal mit dem IS?

"Er drehte durch, zerschnitt die Stofftiere seiner Kinder"

„Aber er ist kein Terrorist“, versichert der Bruder jedenfalls. Fest steht: Lahouaiej-Bouhlel hatte psychische Probleme, nahm Tabletten, war in medizinischer Behandlung. Der gebürtige Tunesier war verheiratet und hat drei Kinder. Seine Frau wurde von ihm misshandelt, im Zorn gewürgt – deswegen verließ sie ihn schließlich.

„Danach drehte er völlig durch“, so seine Nachbarn im Norden Nizzas zu ÖSTERREICH: „Er hat die Stofftiere seiner Kinder zerschnitten, die Einrichtung auf die Straße geworfen, im Stiegenhaus ­seine Notdurft verrichtet, ein schlimmer Choleriker.“

Auch war er polizeibekannt: Körperverletzung, Diebstähle, gefährliche Drohung. Erst am 24. März wurde er zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Nach und nach wurde auch bekannt, dass er in der Todesnacht gestoppt werden hätte können: Ein Polizist hielt kurz vor der Tat den 25-Tonnen-Lkw an. Doch Lahouaiej-Bouhlel redete sich heraus: „Ich liefere nur Eis aus“, sagte er und durfte weiterfahren.

Karl Wendl, Nizza

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