Krankenpfleger soll 106 Menschen getötet haben

Deutschland

Krankenpfleger soll 106 Menschen getötet haben

Niels H. ist für eine der schlimmsten Mordserien der Nachkriegsgeschichte verantwortlich.

In der Mordserie eines ehemaligen Krankenpflegers aus Niedersachsen gehen die Ermittler inzwischen von 106 Toten aus. Dies teilten Polizei und Staatsanwaltschaft nach dem Abschluss weiterer toxikologischer Untersuchungen am Donnerstag in Oldenburg mit. Zuvor waren die Ermittler von 90 Taten ausgegangen.

Der verurteilte Patientenmörder Niels H. könnte nach Angaben der Ermittler für die größte Mordserie in der deutschen Nachkriegsgeschichte verantwortlich sein. Wegen sechs Taten sitzt der Ex-Pfleger bereits lebenslang in Haft. Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres will die Staatsanwaltschaft erneut Anklage erheben.

Medikamenten-Cocktail
Der 40-Jährige beging seine Taten in Krankenhäusern in Delmenhorst und Oldenburg, wo er unter anderem auf einer Intensivstation tätig war. Er verabreichte Patienten verschiedene Medikamente, um sie in Lebensgefahr zu bringen und sie anschließend wiederbeleben zu können. Viele Menschen überlebten diese Prozedur jedoch nicht. Damit wollte er sich vor Kollegen als heldenhafter Retter beweisen.

Mehr als 130 frühere Patienten der beiden Kliniken ließ die eigens dafür eingerichtete Sonderkommission der Polizei in den vergangenen drei Jahren ausgraben und auf Rückstände von Medikamenten testen. "Die Erkenntnisse, die wir dabei gewinnen konnten, erschrecken noch immer - ja, sie sprengen jegliche Vorstellungskraft", sagte Oldenburgs Polizeipräsident Johann Kühme.

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