Krebspatient nach Corona-Infektion geheilt

Das steckt dahinter

Krebspatient (61) nach Corona-Infektion plötzlich geheilt

Nach überstandener Corona-Infektionen waren die Krebszellen bei einem 61-jährigen Patienten so gut wie verschwunden. 

Es klingt fast schon wie ein Wunder: bei einem 61-jährigen Engländer aus Cornwall war Anfang 2020 ein Hodgkin-Lymphom, das ist eine Art Blutkrebs, diagnostiziert. Wenige Monate später erkrankte der Mann dann an Corona. Nach dieser Infektion verschwand dann plötzlich ein Großteil der Krebszellen.

Die Ärzte berichten im British Journal of Haematology, dass die Corona-Infektion für die Remission verantwortlich sein könnte. Ähnliche Beobachtungen machten Mediziner auch in Italien. Hier wurde ein 20-jähriger Krebspatient plötzlich geheilt.

Immunreaktion des Körpers

Experten machen dennoch wenig Hoffnung, es handelt sich wohl nur um Einzelfälle. Durch die Corona-Infektion werden bei den Patienten vom menschlichen Immunsystem Killer-Zellen, gebildet, die nicht nur die Infektion, sondern auch die Krebszellen bekämpfen. Das Phänomen sei dabei nicht neu: „Es gibt in ganz seltenen Fällen das Phänomen, dass durch eine allgemeine Infektion Krebserkrankungen schrumpfen können. Das wurde schon 1893 zum ersten Mal beschrieben – so wurde die Immuntherapie erfunden“, erklärt Onkologe Michael von Bergwelt gegenüber der BILD.

„Es wird sicherlich Einzelfälle von Patienten geben, deren Krebs nach einer COVID-19-Infektion verschwindet. Allerdings ist sehr fraglich, ob diese Fälle bei dieser speziellen Virus-Infektion häufiger auftreten, als bei anderen Infektionen. Das müsste in Studien überprüft werden“, so der Experte weiter.
  

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