Großangriff

Krieg im Iran: Um 7 Uhr begann die Operation "Epische Wut"

Israel und die USA haben erneut den Iran angegriffen. Es handle sich um einen Präventivschlag, erklärte Israel am Samstag in der Früh. 

Israel und die USA haben erneut den Iran angegriffen. Es handle sich um einen Präventivschlag, erklärte Israel am Samstag in der Früh. US-Präsident Donald Trump teilte kurz darauf mit, die USA hätten mit einem Kampfeinsatz auf den Iran begonnen. Die Militäraktion habe den Namen "Operation Epic Fury" (Operation gewaltige Wut) erhalten. Der Iran antwortete mit Raketenangriffen auf Israel und vier US-Stützpunkte in der Region.

Unter den Zielen war der Militärstützpunkt Al-Udeid in Katar, der Stützpunkt Al-Salem in Kuwait, der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die US-Flotte in Bahrain, wie die iranische Nachrichtenagentur FARS berichtete.

Das Verteidigungsministerium in Katar teilte mit, man habe eine Reihe von Angriffen auf das eigene Territorium erfolgreich abgewehrt. Die Lage sei unter Kontrolle. Die Menschen wurden aufgerufen, Ruhe zu bewahren. Die staatliche Nachrichtenagentur in Bahrain berichtete, ein Versorgungszentrum der US-Marine sei mit Raketen angegriffen worden. Bahrain beherbergt die fünfte Flotte der US-Seestreitkräfte.

Die Karte zeigt gemeldete Explosionen in mehreren iranischen Städten nach Angriffen von Israel und den USA. Betroffen sind die Städte Teheran, Kermanshah, Ghom und Isfahan. Quelle: APA.
 

Auch das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate teilte der Staatsagentur WAM zufolge mit, man habe mehrere iranische Raketen abgefangen. Dabei seien Trümmer in einer Wohngegend der Metropole Abu Dhabi niedergegangen, wodurch ein Mensch getötet worden sei. Die Situation sei aber unter Kontrolle. Die Emirate sprachen von einer "gefährlichen Eskalation" und einem "feigen Akt".

 

Die Infografik zeigt Irans Raketenarsenal mit Modellen und deren Reichweiten. Die Karte markiert Iran und Israel sowie die Reichweiten von 1.000 und 2.000 Kilometern. Die Raketenmodelle Shahab-1, Fateh-110, Shahab-2, Zolfaghar, Qiam-1 und Shahab-3 reichen von 700 bis 2.000 Kilometer. Shahab-3 hat die größte Reichweite. Quelle: BBC.

 

 

Iran attackiert auch saudi-arabische Hauptstadt Riad

Berichten zufolge sollen auch in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad Explosionen zu hören gewesen sein. Saudi-Arabien sprach von einem iranischen Angriff auf die Emirate, Bahrain, Katar, Kuwait und Jordanien und verurteilte diesen auf das Schärfste. Man stehe "in voller Solidarität" an Seite dieser Staaten, teilte das Außenministerium der Staatsagentur SPA zufolge mit. Es drohten "schwere Konsequenzen", wenn die Souveränität von Staaten weiterhin verletzt werde. In der Mitteilung wurden aber keine Details genannt zum mutmaßlichen Angriff in Saudi-Arabien.

Jordaniens Staatsagentur Petra berichtete unter Berufung auf Militärkreise, dass die Streitkräfte des Landes zwei ballistische Raketen abgefangen hätten. Diese hätten auf jordanisches Gebiet gezielt. Die jordanische Luftabwehr habe beide Raketen erfolgreich abgefangen.

Auch die nordirakische Stadt Erbil wurde von mehreren Explosionen erschüttert. Ein Anrainer sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag, in der Gegend um das US-Konsulat in Erbil habe es mindestens drei große Explosionen gegeben.

Nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran wurde auch im Irak ein Stützpunkt pro-iranischer Gruppen bombardiert. Dabei seien zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt worden, verlautete aus Kreisen der pro-iranischen paramilitärischen Kata'ib Hezbollah. Laut den irakischen Volksmobilmachungskräften, einer Dachorganisation aus 40 fast ausschließlich schiitischen Milizen, die die Opferzahl bestätigten, war es unklar, ob es sich um einen Angriff der USA oder Israels handelte.

Israel: Angriff auf militärische Ziele von Führung des Iran

Die gemeinsamen Angriffe der USA und Israels zielten israelischen Medienberichten zufolge auch auf das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, ab. Khamenei sowie der Präsident des Iran, Masoud Pezeshkian, "gehörten zu den Zielen des Angriffs", berichtete der Sender Kan am Samstag unter Berufung auf eine israelische Quelle. Ob die Ziele getroffen worden seien, sei nicht bekannt.

Iran
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Khamenei wurde laut einem iranischen Regierungsvertreter an einen sicheren Ort gebracht. Staatliche iranische Medien berichteten, Präsident Pezeshkian sei "sicher und wohlauf". Nach Augenzeugenberichten aus Teheran wurde unter anderem die Residenz Khameneis bei den Angriffen der USA und Israels getroffen. Aus mehreren iranischen Städten wurden am Samstag Explosionen gemeldet, so etwa aus Teheran, Isfahan, Qom, Karaj, Kermanshah und Shiraz.

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Das iranische Militär drohte indes mit einer entschlossenen Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA. "Wir werden Israel und den USA eine Lektion erteilen, wie sie sie in ihrer Geschichte noch nicht erlebt haben", zitierte der staatliche Rundfunk den Sprecher des Generalstabs der Streitkräfte.

Iran: Mindestens 24 Schülerinnen getötet

Bei einem Raketenangriff im Süden des Iran kamen nach iranischen Angaben mindestens 24 Schülerinnen ums Leben. Getroffen worden sei eine Volksschule für Mädchen in der Provinz Hormozgan, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den dortigen Vizegouverneur. Der staatliche Rundfunk bezog sich bei seiner Meldung auf den Landrat in dem betroffenen Kreis Minab.

In Israel wurde ein Mann bei einem iranischen Raketenangriff verletzt. Er sei durch eine Druckwelle nach einem Einschlag leicht verletzt worden, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit. Die Polizei habe Granatsplitter in Jerusalem und in der Stadt Beit Shemesh beseitigt. Ein Gebäude in der Stadt Tirat Carmel südlich von Haifa sei beschädigt worden. Im Norden sei ein Mann durch die Druckwelle einer Explosion verletzt worden, berichtete die Zeitung "Times of Israel".

US-Militär rechnet mit mehrtägigem Einsatz

Den USA zufolge dürfte der Militäreinsatz mehrere Tage andauern. "Unser Ziel ist es, das amerikanische Volk zu verteidigen, indem wir die unmittelbaren Bedrohungen durch das iranische Regime beseitigen", sagte Trump. Zugleich rief Trump alle iranischen Soldaten und Sicherheitskräfte auf, sich zu ergeben und ihre Waffen niederzulegen. Sie würden dann "absolute Immunität" erhalten, andernfalls drohe ihnen der "sichere Tod". Der iranischen Bevölkerung stellte Trump "Freiheit" in Aussicht - und rief die Menschen auf, die Regierung in Teheran zu stürzen. "Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung", sagte der US-Präsident.

Dem Iran dürfte es niemals gestattet werden, Atomwaffen zu besitzen, erklärte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. "Es ist an der Zeit, dass alle Bevölkerungsgruppen im Iran das Joch der Tyrannei abschütteln und einen freien und friedliebenden Iran schaffen."

Sicherheitsrat des Iran rät zur Flucht aus Teheran

Der Sicherheitsrat des Iran riet indes der Bevölkerung zur Flucht aus der Hauptstadt Teheran. Wegen der Angriffe "sollten Sie, soweit möglich und unter Wahrung der Ruhe, in andere Orte und Städte reisen, sofern es Ihnen möglich ist", hieß es in einer Erklärung des mächtigen Sicherheitsgremiums der Islamischen Republik.

In Teheran bildeten sich lange Schlangen an den Tankstellen. Massen versuchten, die Hauptstadt zu verlassen, wie Augenzeugen berichteten. Geschäfte waren vielerorts geschlossen. Im Norden der lebendigen Metropole herrschte gespenstische Stille. Teheran ist Ziel mehrerer Angriffswellen.

Angriff inmitten von Verhandlungen

Die Angriffe erfolgten inmitten neuer Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über das umstrittene iranische Atomprogramm verhandelt, ehe Israel den Iran angriff. Die USA schlossen sich den Luftangriffen an und bombardierten zentrale Atomanlagen. Iranische Luftstreitkräfte feuerten daraufhin ballistische Raketen auf Israel.

Die Staatsführung des Iran betonte zuletzt ihre Bereitschaft zu einem Abkommen wie auch zu einer militärischen Eskalation. Präsident Pezeshkian drohte mit einem "umfassenden Krieg", sollte etwa Khamenei attackiert werden. Khamenei selbst warnte die USA Anfang Februar: "Die Amerikaner sollen wissen, wenn sie einen Krieg vom Zaun brechen, wird es dieses Mal ein regionaler Krieg sein."

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