Nasa-Entdeckung

Curiosity findet rätselhafte "Spinnennetze" auf dem Mars

Der Nasa-Rover Curiosity hat auf dem Mars faszinierende Gesteinsstrukturen entdeckt, die wie riesige Spinnennetze wirken. Die Funde könnten beweisen, dass es dort länger Wasser gab als gedacht.

Der Nasa-Rover Curiosity konzentriert sich bereits seit gut sechs Monaten auf eine ganz spezielle Region am Mars, die voller ungewöhnlicher Gesteinsformationen steckt. Diese Strukturen, die von Fachleuten als "Boxwork" bezeichnet werden, bestehen aus Felsrücken. Laut der Missionswissenschaftlerin Tina Seeger von der William Marsh Rice University in Houston (Texas) ragen diese Hügelkämme etwa ein bis zwei Meter in die Höhe. Zwischen den Kämmen liegen sandige Vertiefungen, die zusammen ein Netzwerk bilden, das sich über viele Kilometer zieht. Aus der Perspektive des Weltalls wirkt die Landschaft dadurch wie ein gigantisches Spinnennetz.

Boxwork
© NASA/JPL-Caltech/MSSS

Die Entdeckung dieser Formationen ist für die Forschung deshalb so bedeutend, weil sie darauf hindeuten könnten, dass hier einst Grundwasser geflossen ist. Dieses könnte deutlich später durch das Gestein geflossen sein, als man bisher in der Wissenschaft angenommen hatte. Das wirft die Frage auf, ob auf dem Mars länger lebensfreundliche Bedingungen geherrscht haben könnte als bislang vermutet.

Die Theorie dahinter: Einst strömte Grundwasser durch Risse im Marsgestein, wobei sich Mineralien in den Spalten ablagerten und diese verhärteten. Über Milliarden von Jahren wurden die weicheren Schichten durch Wind und Sand abgetragen, sodass nur das harte, mineralreiche Netz aus Felsrücken übrig blieb.

Diese Stein-Netze deuten darauf hin, dass der Grundwasserspiegel auf dem Roten Planeten früher wesentlich höher gewesen sein muss. Wasser könnte dort also über einen viel längeren Zeitraum existiert haben, als bisherige Modelle vermuten ließen. Das erhöht die Chance, dass der Mars über eine lange Zeit hinweg lebensfreundliche Bedingungen bot. Überall dort, wo es flüssiges Wasser gibt, könnten auch Mikroorganismen existiert haben.

Suche nach einstigem Leben

Für die Mars-Forschung ist vor allem die Frage zentral, ob es auf dem Planeten tatsächlich einmal Leben gab. Die aktuellen Funde liefern wertvolle Anhaltspunkte dafür, wie lange solche Bedingungen geherrscht haben könnten. Die Forschenden hoffen nun, in den mineralreichen Gesteinen fossile Hinweise auf Mikroben oder andere Spuren früheren Lebens zu finden. Der Rover Curiosity ist bereits seit 2012 auf dem Mars im Einsatz und liefert seit seiner Landung kontinuierlich neue Erkenntnisse darüber, wie sich der Planet über Milliarden von Jahren verändert hat.

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