Italien

Legendärer Mafiajäger tritt bei EU-Wahl an

Sergio De Caprio ist in Italien ein Mythos. Der legendäre Mafiajäger verhaftete einst den gefürchteten Boss der sizilianischen Cosa Nostra. Jetzt will er ins EU-Parlament einziehen. 

Lange trat Sergio De Caprio nur mit Sturmmütze auf und war lediglich unter dem Spitznamen "Capitano Ultimo" bekannt. Vor knapp über 30 Jahren hatte er Totò Riina - den gefürchteten Boss der sizilianischen Cosa Nostra - verhaftet - und ist seither ein Mythos im Land. Jetzt kandidiert der legendäre Mafiajäger für das Bündnis "Libertà" (Freiheit) des sizilianischen Bürgermeisters Cateno De Luca. 

In den vergangenen 31 Jahren hat sich der Polizist nur mit bedecktem Gesicht in der Öffentlichkeit gezeigt. Sechs Filme und eine Fernsehserie wurden über "Capitano Ultimo" (Letzter Kapitän) gedreht, ein Dutzend Bücher wurden über ihn geschrieben. Der charismatische Anführer eines ambitionierten und erfolgreichen Ermittlerteams wurde wegen seinen unkonventionellen Fahndungsmethoden bekannt. Auch wenn der 63-Jährige inzwischen in Pension gegangen ist, wird er nach wie vor von einer Leibgarde bewacht, weil sein Leben wegen seines unermüdlichen Einsatzes gegen die Maia gefährdet ist.

De Caprio will Mafiosi politisch entwaffnen 

De Caprio schlägt im Wahlkampf vor, die politischen Rechte der Mafiosi, aber auch ihrer Verwandten ersten und zweiten Grades einzufrieren. "Wenn sie nicht nachweisen, dass sie sich von der Mafia losgesagt haben und nicht mit der Justiz zusammenarbeiten, sollen sie ihre politischen Rechte nicht ausüben und keinen Zugang zur Arbeitswelt haben. Diese Organisationen reproduzieren sich durch Blutbande, wir müssen dieses Spiel beenden", sagte De Caprio, der im Wahlbezirk Süditalien kandidiert, laut Medienangaben.

Die vom Bürgermeister der sizilianischen Stadt Taormina Cateno De Luca gegründete Bewegung Libertá ist eine Anti-System-Partei. Sie will viele unterschiedliche Interessen vertreten. Zu den Kandidaten zählen u.a. Umweltschützer, Impfgegner und Euroskeptiker.

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