Libyens Außenminister flüchtet nach London

Asylantrag gestellt

Libyens Außenminister flüchtet nach London

Unterdessen wurde bekannt, dass die CIA seit Wochen Rebellen unterstützt.

Der libysche Diktator Gaddafi verliert einen weiteren Mann aus seiner Führungsmannschaft. Während einige Länder noch über Waffenlieferungen an die Aufständischen streiten, sind Geheimdienste und Kommandos aus den USA und Großbritannien in Libyen bereits aktiv im Einsatz.

Außenminister setzt sich ab
Neuer Tiefschlag für Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi: Überraschend hat sich am Mittwoch sein Außenminister Moussa Koussa (Mussa Kussa) nach Großbritannien abgesetzt. Er wolle dem Regime in Tripolis nicht länger dienen, ließ er mitteilen. Nach einem ersten Streit innerhalb der NATO über mögliche Waffenlieferungen an die Rebellen kamen aus Washington Berichte, dass Geheimdienstagenten aus den USA und Großbritannien sowie Kommandotruppen die Aufständischen bereits direkt unterstützen.

   Libyens Außenminister Moussa Koussa, der am Mittag noch auf der tunesischen Ferieninsel Djerba mit französischen Regierungsbeamten verhandelt hatte, traf am Abend in Großbritannien ein. Der bisherige Vertraute von Machthaber Muammar al-Gaddafi sei auf dem Flughafen Farnborough bei London gelandet, berichtete die BBC. Nach Informationen des britischen Außenministeriums ist Koussa vom Amt des Außenministers zurückgetreten.


Angriffe auf Zivilbevölkerung
  Er sei aus eigenem Willen nach London gekommen und wolle nicht länger dem Regime Gaddafis dienen, da er gegen die Angriffe des Regimes gegen die Zivilbevölkerung gewesen sei. Zum Schutz der Zivilisten fliegt eine seit Mittwoch von der NATO geführte Militärallianz seit Tagen Luftangriffe gegen Ziele in Libyen
 

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So tobt der Krieg in Libyen

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    Gaddafi verliert Mitstreiter
    Vor Moussa Koussa hatten schon andere Mitglieder der libyschen Führungsriege Gaddafi die Gefolgschaft verweigert. Ex-Justizminister Mustafa Abdul Jalil schloss sich gleich nach den ersten blutigen Zusammenstößen den Aufständischen an und wurde Mitglied der Übergangsregierung in Bengasi. Auch einer der wichtigsten Ökonomen in Tripolis, Mahmud Jibril, wechselte die Fronten und ist jetzt Ministerpräsident der Übergangsregierung. Viele Offiziere haben sich ebenfalls von Gaddafi losgesagt.

    Waffenlieferungen
      Nach den jüngsten Rückschlägen der Aufständischen im Kampf gegen die Milizen Gaddafis entbrannte am Mittwoch ein Streit innerhalb der NATO über mögliche Waffenlieferungen an die Rebellen. Während die USA und Großbritannien die UN-Resolution zur Unterstützung des libyschen Volkes so auslegen, dass Waffenlieferungen möglich sind, sprachen sich NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen und auch die italienische Regierung klar dagegen aus. US-Präsident Barack Obama wollte in einem Interview des Sender NBC Militärhilfen nicht ausschließen.

    CIA unterstützt Rebellen

      Nach einem Bericht der "New York Times" vom Mittwoch (Ortszeit) erhielten die Aufständischen Hilfe bereits in anderer Form. Demnach unterstützt der US-Geheimdienst CIA die libyschen Rebellen seit Wochen mit verdeckten Aktionen. Die Spione kundschafteten mögliche Ziele für Luftschläge aus und versuchten überdies, Kontakte zu den Aufständischen zu knüpfen, berichtete das Blatt. Nach Angaben britischer Regierungsbeamter arbeiteten "Dutzende" Agenten des Geheimdienstes MI6 und Mitglieder von Spezialkommandos in Libyen. Sie versorgten die britischen Streitkräfte mit Informationen über Ziele für Luftschläge, Stellungen und Bewegungen von Gaddafis Militär.

       Das Weiße Haus lehnte es derweil ab, sich zu Geheimdienst-Missionen zu äußern. "Es ist gängige Praxis für diese und alle anderen US-Regierungen, sich zu Geheimdienst-Angelegenheiten nicht zu äußern", teilte Präsidentensprecher Jay Carney mit. Es gebe nach wie vor keine Entscheidung darüber, die Regimegegner oder irgendeine andere Gruppe in Libyen mit Waffen zu versorgen. "Weder schließen wir es aus, noch schließen wir es ein", erklärte er. "Wir erörtern und prüfen Optionen für alle Arten von Unterstützung, die wir dem libyschen Volk geben können."

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