Liebe Wutbürger, geht eine Woche ins Flüchtlingsheim schlafen!

Syrischer Flüchtling:

Liebe Wutbürger, geht eine Woche ins Flüchtlingsheim schlafen!

Aras Bacho floh selbst aus Syrien und adressiert seinen öffentlichen Brief dieses Mal an das Wut-Bürgertum.

Liebe Wutbürger,

Ich bin etwas besorgt und deshalb weiß ich nicht wirklich, wie ich mich ausdrücken soll. Das ist das Gefühl von Unsicherheit und Besorgnis. Ihr seid voller Hass, Wut und Neid. Dabei wisst Ihr nicht, dass der Hass hässlich macht. Schaut Euch Mal in den Spiegel an, richtig anschauen und stellt ich die Frage: Was macht mich besser als andere Menschen, die alles in ihrem Leben verloren haben und warum habe ich als einheimischer Bürger mehr verdient? Die Antwort lautet: Nichts. Ihr seid nicht besser als Flüchtlinge und Migranten, auch wir sind nicht besser als Euch. Die Sicht, die Ihr auf die Welt habt ist außergewöhnlich. Eure Gedankenwelt macht Euch zu etwas besonderem. 

Aber ich sage Euch: Wacht endlich auf und seht die Realität in die Augen an! Viele von Euch, liebe Wutbürger, seid hier geboren, habt von Anfang an alle Möglichkeiten, eine anständige Familie, bekommt Kindergeld, Schule wird finanziert, seid abgesichert - es ist quasi ein Paradies, und Ihr macht trotzdem nichts aus Eurem Leben. 

Deshalb sucht Ihr Menschen, um dann die Schuld auf sie zu schieben. Wir haben alles verloren, unser Haus, Familie, Freunde, unser Land, das Dorf und sind hierher geflüchtet. Wir haben uns das Geld, die Wohnung und alles verdient. Die Waffen, die Deutschland an Drittstaaten ausliefert, führen zu kriegen, aber wir haben alles verdient! Das ist das Geld mit dem Deutschland von Waffenexporte bekommt.

Viele von Euch sind auch arbeitslos und feindet andere Arbeitslosen an, die ausländisch sind. Merkt ihr es selbst? Ihr solltet Euch lieber therapieren lassen und zwar psychisch, damit der Hass aus euren Herzen ausgelöscht wird! Geht arbeiten, anstatt zuhause rumzusitzen, vor dem Bildschirm, Chipstüte in einer Hand, Cola Flasche in der anderen Hand und empört euch über Ausländer und Flüchtlinge, die sich mehr benehmen. Findet den Fehler bei Euch selbst!

Ihr nennt Euch Christen, dabei habt Ihr die christlichen Werte nicht verstanden, deshalb schämt Euch! In der Bibel steht: „ Liebt Eure nächsten, sowie Ihr euch selbst liebt“ und ihr? Hasst die anderen, die weniger als euch haben. 

Also, geht arbeiten, statt arbeitslos rumzusitzen, trifft euch mit echten Flüchtlinge und keine Falschnachrichten, lädt sie bei euch ein, gebt ihnen die Hälfte eures Geldes, Klamotten, essen, verkauft den Schmock Schmock, was ihr Zuhause habt und spendet an Hilfsorganisationen, die geflüchteten bei ihrer Flucht helfen, schläft vielleicht eine Woche im Flüchtlingsheim und ihr wert am Ende die glücklichen sein!

Viele Grüße,

Aras Bacho 

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