Ein ungewöhnliches Naturphänomen sorgt derzeit in den Dolomiten für Aufsehen: Der Lago Ghedina, ein beliebter Bergsee nahe Cortina d’Ampezzo, ist plötzlich nahezu vollständig verschwunden.
Als im Frühjahr der Schnee rund um den auf etwa 1450 Metern gelegenen See schmolz, bot sich ein überraschendes Bild: Statt glitzerndem Wasser erstreckte sich vor Ort nur noch ein steiniges Becken. Besonders hart traf diese Entwicklung den Gastronomen Antonio Saliola, der direkt am See das Restaurant „Saliola al Lago Ghedina“ betreibt. Für die Osterfeiertage hatte er zahlreiche Reservierungen – doch nachdem bekannt wurde, dass der See verschwunden ist, stornierten viele Gäste ihre Buchungen. Zudem sorgten die verbliebenen Wasserreste zeitweise für unangenehme Gerüche.
Mögliche Ursache
Wie zuerst berichtet wurde, untersuchen die Behörden derzeit die Ursachen für das plötzliche Austrocknen. Zwar ist ein sinkender Wasserstand am Ende des Winters bei alpinen Seen nichts Ungewöhnliches, doch ein vollständiges Trockenfallen gilt als äußerst selten. Der Lago Ghedina wird lediglich von einem natürlichen Zufluss gespeist – und genau dieser führte zuletzt kaum noch Wasser.
Inzwischen gibt es erste Hinweise auf mögliche Gründe: So wird vermutet, dass ein technisches Problem, etwa ein defektes Ventil zur Regulierung des Wasserflusses, eine Rolle gespielt haben könnte.
Auch ein Zusammenhang mit Bauarbeiten in der Region steht im Raum. Saliola selbst äußerte den Verdacht, dass Eingriffe im Zuge der Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele den Zufluss beeinträchtigt haben könnten. Für ihn steht fest: „Das hat es noch nie gegeben.“