Staatsmedien berichten:

Mindestens 22 Tote bei Anschlagserie in Syrien

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Vier Attentate in Regionen unter Kontrolle von Regierung und Kurden.

Bei einer Anschlagserie in den Gebieten Syriens unter Kontrolle der Regierung und der Kurden hat es am Montag zahlreiche Tote gegeben. Bei den vier Attentaten in der Regierungshochburg Tartus im Westen, in Homs im Zentrum und der mehrheitlich von kurdischen Milizen kontrollierten Stadt Hassake im Nordosten seien mindestens 22 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden.

Das berichteten syrische Staatsmedien. Auch von einer Straße bei Damaskus wurde ein Anschlag gemeldet. Allein bei dem Doppelanschlag in Tartus wurden den Medienberichten zufolge elf Menschen getötet und 45 weitere verletzt. Demnach explodierte auf einer Autobahnbrücke in der Hochburg der Minderheit der Alawiten zunächst eine Autobombe, bevor ein Attentäter seine Sprengstoffweste zündete, als sich Menschen versammelten, um den Verletzten zu helfen. Die Alawiten sind mehrheitlich Anhänger von Präsident Bashar al-Assad, der selbst der religiösen Minderheit angehört.

In Hassake wurden laut den Staatsmedien acht Menschen getötet. Die oppositionsnahe "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" meldete, der Anschlag habe sich gegen einen Kontrollposten der kurdischen Sicherheitskräfte gerichtet. Ein weiterer Anschlag ereignete sich laut den Staatsmedien am Zugang des mehrheitlich alawitischen Viertels Al-Sahra in der von der Regierung kontrollierten zentralsyrischen Stadt Homs. Dabei gab es den Angaben zufolge zwei Tote.

Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien meldete zudem, dass es bei einem Bombenanschlag auf eine Straßensperre der Regierungstruppen westlich der Hauptstadt Damaskus drei Tote gegeben habe. Die Staatsmedien sprachen von einem Toten und drei Verletzten.

Hoffnungen auf eine Feuerpause in Syrien erlitten einen Dämpfer. Bei einem Treffen von US-Außenminister John Kerry und seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow sei keine Einigung auf eine Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland erzielt worden, verlautete am Montag aus Kreisen des US-Außenministeriums.

Auch die beiden Präsidenten, Wladimir Putin und Barack Obama, besprachen am Randes des G-20-Gipfels in China die Lage in Syrien sowie in der Ukraine. Das Treffen habe länger gedauert als erwartet, zitierte die Nachrichtenagentur RIA Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. "Es lief gut. Die Arbeit wird fortgesetzt." Ein US-Regierungsvertreter sagte, es sei bei der 90-minütigen Begegnung unter anderem darum gegangen, offene Fragen in Bezug auf eine Feuerpause zu klären. Es herrschten unterschiedliche Auffassungen, wie ein solchen Abkommen umgesetzt werden solle. Kerry und Lawrow würden sich bald treffen, um ihre Gespräche fortzusetzen.

Militärvertreter Russlands und der USA versuchen seit Wochen, eine Vereinbarung auszuarbeiten. Russland unterstützt den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad unter anderem mit Luftangriffen auf Aufständische. Eine von den USA geführte Koalition hilft dagegen gemäßigten Rebellen und Kurden im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS). Noch am Sonntag hatte es Signale für eine Annäherung zwischen Russland und den USA gegeben. Eine Waffenruhe soll ermöglichen, dass die syrische Bevölkerung mit Hilfslieferungen versorgt werden kann.
 

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