Moria: EU in die Pflicht genommen

UN-Flüchtlingshilfswerk

Moria: EU in die Pflicht genommen

Unverzügliches Handeln der europäischen Staaten nötig.  

Mit Blick auf die Lage der Migranten auf Lesbos drängt das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) Deutschland und die EU zu raschen Taten.

Die Zustände dort seien "eine humanitäre Notlage, die ein schnelles und unverzügliches Handeln der europäischen Staaten gemeinsam mit Griechenland erfordern", so der Vertreter der UN-Organisation in Deutschland, Frank Remus, zur Funke-Mediengruppe. "Nach Jahren des Scheiterns einer gemeinsamen europäischen Flüchtlingspolitik haben die Länder Europas jetzt die Pflicht, den Menschen auf Lesbos sofort zu helfen und langfristig die Chance zu nutzen, gesamteuropäische Lösungen zu finden, die nach Ansicht aller Experten möglich sind", sagte Remus Zeitungen der Mediengruppe.

Das völlig überfüllte Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos war vergangene Woche durch mehrere Brände fast vollständig zerstört worden. Mehr als 12. 000 Migranten sind dadurch praktisch über Nacht obdachlos geworden. Über den weiteren Umgang mit ihnen ist eine Debatte internationalen Ausmaßes entbrannt. Zu den Zuständen in dem berüchtigten Lager vor dem Brand sagte Remus: "Die Verhältnisse in Moria waren skandalös und das Camp selbst eine Schande für Europa, unvereinbar mit den europäischen Werten."

Es gebe aber engagierte Länder, allen voran Deutschland, die das Problem sähen und an Lösungen mitwirken wollten. Die von der deutschen Regierung angebotene Aufnahme von etwa 150 minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen sei "ein Zeichen, dass Deutschland Verantwortung in dieser wichtigen Frage übernimmt".

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