Obama: Boston-Anschlag war ein Terrorakt

Explosionen

Obama: Boston-Anschlag war ein Terrorakt

Sicherheitsmaßnahmen in den USA sollen erhöht werden.

US-Präsident Barack Obama hat den Anschlag auf den Marathon in Boston als "Terrorakt" eingestuft. Es sei aber unklar, wer hinter dem Anschlag stehe, sagte Obama am Dienstagvormittag (Ortszeit) in einer kurzen Presseerklärung im Weißen Haus in Washington. Obama rief seine Landsleute auf, vorsichtig zu sein und nach "verdächtigen Aktivitäten" Ausschau zu halten. "Wir haben bisher keinen Hinweis auf das Motiv", sagte er. Auch sei unklar, ob es sich bei den Urhebern des Anschlags um ausländische oder einheimische Terrorgruppen oder "eine böswillige Einzelperson" handle, sagte er in Anspielung auf frühere Anschläge in den USA.

Flaggen auf Halbmast
Gleichzeitig ordnete er an, die Flaggen am Weißen Haus und an allen öffentlichen Gebäuden im Land auf halbmast wehen zu lassen. Die Anordnung gilt bis Samstagabend (20. April) - auch für alle Botschaften und Militäreinrichtungen der USA rund um die Welt. Damit solle den Opfern des "sinnlosen Akts der Gewalt" Achtung bezeugt werden.

Beim Sprengstoffanschlag auf die traditionsreiche Sportveranstaltung im US-Staat Massachusetts waren drei Menschen ums Leben gekommen, mehr als 170 Menschen wurden verletzt.

 

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Bereits zuvor hat Obama erklärt, die Verantwortlichen für die Explosionen zur Rechenschaft zu ziehen. "Wir werden herausfinden, wer das getan hat und warum sie das getan haben", sagte Obama. "Jedes verantwortliche Individuum, jede verantwortliche Gruppe wird das volle Gewicht der Justiz zu spüren bekommen."

Obama warnt vor voreiligen Schlüssen
Der Präsident warnte davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. "Wir haben noch nicht alle Antworten. (...) Wir wissen noch immer nicht, wer das getan hat und warum", sagte er vor Journalisten im Weißen Haus. Obama erklärte, dass die Sicherheitsvorkehrungen in den USA "so weit wie nötig" verschärft würden.

Ermittlungen in zwei Richtungen
Ermittelt wird derzeit in zwei Richtungen: Ein Anschlag von regierungsfeindlichen Gruppen aus dem Inland oder radikale Islamisten.

Einheimische Radikale?
Wie die Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht auf Dienstag von Ermittlungsbeamten erfuhr, würde der Zeitpunkt für einen Angriff von einheimischen Radikalen sprechen, die die Macht des Staates zurückdrängen wollen.

Patriots` Day
Am Montag wurde in Massachusetts der Patriots' Day begangen, der an den Unabhängigkeitskrieg erinnert. Der 15. April ist in den USA auch die Frist für die Abgabe der Steuererklärung, ein sensibles Thema für derartige Extremistengruppen. In dieser Woche - am 19. April - nähern sich zudem zwei Jahrestage mit symbolischer Bedeutung: Das gewaltsame Ende der Waco-Belagerung 1993 in Texas und der Anschlag in Oklahoma City 1995, bei dem knapp 170 Menschen ums Leben gekommen sind.

In den USA werden derartige Gruppen als "right-wing extremists" dem rechten politischen Spektrum zugeschlagen, ohne dass es sich notwendigerweise um Neo-Nazis oder Rechtsradikale nach europäischem Verständnis handeln muss.

Islamistische Extremisten?
Als zweite Theorie wird den Insidern zufolge eine direkte oder indirekte Verbindung zu islamischen Extremisten diskutiert. Hierfür spräche die Vorgehensweise, sagten hochrangige Ermittler Reuters. Die Zündung von zwei Sprengsätzen kurz hintereinander bei einem Großereignis sei die Art von Angriff, die vom Islamisten-Magazin "Inspire" propagiert werde. Die Zeitschrift wird im Internet von der Gruppe Al-Kaida im Jemen verbreitet. Sie enthält englischsprachige Aufrufe an Muslime im Westen, Angriffe selbst mit bescheidenen Mitteln auszuführen. In einer der jüngsten Ausgaben war eine detaillierte Anleitung zum Eigenbau und Einsatz von Sprengsätzen enthalten.
 

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